„Runder Tisch“ Firma Grünenthal und Conterganopfer

15.06.13
SozialesSoziales, Wirtschaft, Bewegungen, News 

 

von Contergannetzwerk Deutschland e.V.
 
Presseerklärung zum „Runden Tisch“ vom 14.06.2013 zwischen der Firma Grünenthal und  Conterganopfern

Der Vorsitzende des Contergannetzwerk Deutschland e.V. – Christian Stürmer -hat neben vielen anderen eingeladenen Geschädigten seine Teilnahme an dem von der Firma Grünenthal initiierten „Runden Tisches“ vom 14.06.2013 abgesagt.

Wir sehen in der Veranstaltung den Versuch Grünenthals, der Öffentlichkeit ein Entgegenkommen und Engagement ihren Conterganopfern gegenüber vorzugaukeln, um hiermit das eigene Image aufzupolieren.

„Nachdem der Steuerzahler wieder einmal weitere 120 Millionen Euro jährlich für die Schulden dieser Firma durch das soeben beschlossene 3. Conterganstiftungsänderungsgesetz aufbringt“, so Christian Stürmer, „besteht ein erheblicher Druck auf Grünenthal und ihre Eigentümerfamilie Wirtz, sich auch entsprechend einzubringen.“

Anstatt aber offen und ehrlich wenigstens einen Teil der Schuld finanziell wieder gut zu machen (bis heute haben die Geschädigten nicht einen Cent Schmerzensgeld bekommen!) flüchtet man sich in PR-Tricks:
„Mir wurde im Vorfeld der Veranstaltung mitgeteilt, dass nicht über Entschädigungen der Conterganopfer gesprochen werden soll, sondern lediglich „Projekte“ seien als Thema erwünscht“, so Stürmer weiter.
Wir verlangen einen „Runden Tisch“ auf „Augenhöhe“, d.h. insbesondere ohne vorherige Diktate, worüber gesprochen werden darf.
Selbst die Modalitäten des „Runden Tisch“ sind inakzeptabel. „Mir wurde“, so fährt Stürmer fort, „untersagt, dass ich unsere Hilfsmittelbeauftragte und unseren Finanzexperten mitbringe, hingegen Grünenthal für sich Personen auftreten lässt, wie es dort beliebt."

Wenn Grünenthal jetzt noch eine „Stiftung“ gründet, so ist dies aus unserer Sicht gleichfalls mehr als unpassend: Zum einen sehen wir hierbei einen Tritt gegen den deutschen Staat: Anstatt sich mit dem Gesetzgeber und der Conterganstiftung zusammenzusetzen und gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten, verweigert Grünenthal jede Beteiligung an den neuen staatlichen Mehrleistungen von 120 Millionen Euro und gründet einfach mal eine eigene „Stiftung“.
Eine „Stiftung“, die zudem sozusagen keine ist: Die „Grünenthal-Stiftung zur Unterstützung von Thalidomidbetroffenen“ ist nämlich unselbständig und damit noch nicht einmal eine eigene Rechtskörperschaft, sondern in rechtlicher Trägerschaft der Schleicher & Dr jur. Robertz GmbH & Co KG Wirtschaftsprüftungsgesellschaft, Aachen. Rechtlich sind vermeintliche Gelder Ihrer Stiftung damit lediglich Eigentum der vorgenannten Gesellschaft, ggf. mit Auflagen.
„Quasi eine Luftnummer also“, so die Auffassung von ChristiaN Stürmer, „um in der Politik und Öffentlichkeit wieder gut dazustehen“.
Dem verweigern wir uns!
Wir wollen eine Diskussion „auf Augenhöhe“ – ohne Tricks und ohne Diktat von Vorbedingungen, worüber gesprochen werden darf und worüber nicht.
Wir bestehen auf ein Schmerzensgeld! Dies brauchen die Opfer, um sich behindertengerecht auf ihr Alter einzurichten.

Contergannetzwerk Deutschland e.V.
Vorsitzender: Christian Stürmer
Sitz: 73760 D-Ostfildern
Weiherhagstr 6
Telefon: 0711/3101676

recht@contergannetzwerk.de
www.contergannetzwerk.de


VON: CONTERGANNETZWERK DEUTSCHLAND E.V.






<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz