Köln: Felix Rexhausen hat Ehrung verdient, nicht Diffamierung

07.05.15
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Von DIE LINKE. NRW

Mit Entsetzen hat die NRW-Landesarbeitsgemeinschaft queer der Partei DIE LINKE zur Kenntnis genommen, dass die Kölner Bezirksvertretung Innenstadt die für den 17.05.2015 geplante feierliche Einweihung des „Felix-Rexhausen-Platz“ abgesagt hat. Hierzu erklärt Frank Laubenburg, Sprecher der LAG queer:

Der Schriftsteller, Satiriker und Humanist Felix Rexhausen gehörte zu den herausragenden Kämpfern für sexuelle Emanzipation. Mit seinem 1966 erschienenen satirischen Buch „Lavendelschwert“ hat er nicht nur literarisch, sondern auch politisch einen wichtigen Beitrag für die sexuelle Emanzipation und die Reform des §175 im Jahre 1969 geleistet.

Es war und ist allein deshalb richtig, dass die Bezirksvertretung Köln-Innenstadt 2014 beschlossen hat, einen Platz nach Felix Rexhausen zu benennen.

Die Einweihung dieses Platzes ist nun vom dortigen Bezirksbürgermeister abgesagt worden, offenbar ausschließlich aufgrund eines „Artikels“ des extrem rechten katholischen Theologen und Publizisten David Berger, in dem Berger durch denunziatorisch aus dem Zusammenhang gerissene Zitate konstruiert, Rexhausen habe in seinem 1969 erschienenen Buch „Berührungen“ Pädophilie verharmlost.

Der „Bund lesbischer und schwuler JournalistInnen“ hat sich seit Jahren – unter anderem durch den von ihm verliehenen „Felix-Rexhausen-Preis“ - mit Leben und Werk von Felix Rexhausen befasst und zu den aktuellen Vorwürfen zu dem Buch „Berührungen“ zutreffend erklärt:

„/Rexhausen entwirft ein Spektrum schwulen Lebens in den 1960er-Jahren unter den Bedingungen der Repression – mit all ihren Schattenseiten.

Kritiker behaupten, dass einige Textstellen dieses Buches pädophile Fantasien bedienen würden. Doch alleine die Art der Schilderung und die beschriebenen Umstände sind oftmals alles andere als “fantasie-anregend”

– wie zum Beispiel in der Passage über ein Treffen mit einem jugendlichen Stricher in einem schmuddeligen Hotelzimmer. Rexhausen schreibt zwar über dieses Thema – genauso, wie auch ein Krimi-Autor über Verbrechen schreibt: aus Gründen der Dramaturgie oder gar um die Leser zum Nachdenken zu bringen. Das heißt natürlich nicht, der Autor würde sich damit identifizieren./

/Rexhausen hält den Schwulen der 1960er-Jahre den Spiegel vor. Wer das Buch “Berührungen” liest, bemerkt seinen kritischen Blick auf viele homosexuelle Verhaltensmuster, für deren Schilderung er sich satirischer Mittel bedient.“ /

Es ist erschreckend und inakzeptabel, dass aus der extremen Rechten gestreute Denunziationen zur Absage der Einweihung des „Felix-Rexhauses-Platz“ führen könnten. Wir fordern die Bezirksvertretung Köln-Innenstadt auf, an ihrer Ehrung für Felix Rexhausen am 17.05.2015 festzuhalten.

Der 17.05. ist der „Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie“. Das Festhalten an der Absage der Platzeinweihung wäre auch daher ein fatales Signal und würde all jene rechten Kräfte in der Bundesrepublik bestärken, die auf unterschiedliche Weise sexuelle Emanzipation verhindern wollen.

 







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