Abgehängten eine Chance auf berufliche Bildung geben

10.04.19
SozialesSoziales, Wirtschaft, Politik, News 

 

„Das Bildungs- und Berufsbildungssystem in Deutschland spaltet. Zu viele werden abgehängt, sind ohne Schul- oder Berufsabschluss und parken in Übergangssystemen. Die Türen zu einer guten Ausbildung müssen für alle offen sein“, erklärt Birke Bull-Bischoff, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum heute im Kabinett vorgestellten Berufsbildungsbericht 2019. Bull-Bischoff weiter:

„Die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss steigt weiter an und die Anzahl der Abgehängten bleibt nahezu konstant. Trotz eines leichten Anstiegs an unbesetzten Ausbildungsstellen und einem wachsenden Fachkräftemangel in vielen Branchen bleiben zu viele junge Menschen ohne berufliche Ausbildung oder warten nach ihrem Schulabschluss mehr als drei Jahre auf eine Ausbildung. Für viele junge Menschen ohne oder nur mit einem Hauptschulabschluss bleiben die Türen bei zahlreichen Ausbildungsbetrieben verschlossen. Wir können es uns nicht mehr leisten, jedes Jahr etwa 270.000 junge Menschen in Bildungsmaßnahmen des Übergangssystems zu stecken, die zu keinem beruflichen Abschluss führen. 

DIE LINKE fordert, das Recht auf Ausbildung endlich umzusetzen. Eine Ausbildungsumlage, an der alle Unternehmen beteiligt werden, würde ausbildungsbereite Betriebe unterstützen und zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen. 

Auch die Qualität der Ausbildung muss verbessert werden. Das geht unter anderem durch mehr Mitbestimmung der Azubis in den Unternehmen, geeignete Betreuungsschlüssel und ein verbessertes Beschwerdemanagement. 

Wir fordern die Bundesregierung auf, schnell einen Gesetzentwurf zur Umsetzung des Berufsbildungsgesetzes mit guten Vorschlägen vorzulegen, der unter anderem eine Mindestausbildungsvergütung vorsieht, die einheitlich bei 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütungen aller Branchen des jeweiligen Ausbildungsjahres liegt sowie mehr Qualität und mehr Rechtssicherheit für die Azubis bringt. Azubis sind keine Billigarbeitskräfte.“







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