Altenpflege oder „Sterbehilfe“ für die kostenintensiven Alten?

25.03.16
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Von Reinhold Schramm

»Laut Berechnungen sind schon jetzt 2,5 Millionen Deutsche auf Pflege angewiesen. 2040 wird diese Zahl auf vier Millionen steigen, sodass mehr als 320.000 Pflegeplätze fehlen werden. {...} In Zukunft werden sich diese Zustände, wenn weiter nichts geschieht, zwangsläufig verschärfen. „Dann müssen wir offen über aktive Sterbehilfe sprechen“, warnt Fussek.« Vgl. Freitag-Meinungsmedium*

Kommentar

“Dann müssen wir offen über aktive Sterbehilfe“ sprechen?

Nein, das physische Schreddern alter Menschen und ökonomisch nicht verwertbarer Menschen ist keine Lösung!

Wir müssen offen über die bestehenden Eigentumsverhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland sprechen!

Humanistische Menschenpflege ist eine Frage nach den Eigentumsverhältnissen in der bürgerlichen Wohlstands- und Reichtumsgesellschaft!

Es bedarf eines politischen Eingriffs in die privaten Eigentums- und Verfügungsverhältnisse an den gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmitteln.

Die materielle Wert- und Mehrwertschöpfung aus der -qualitativen- gesellschaftlichen Produktivität muss der privaten Eigentums- und Verfügungsgewalt entzogen werden und in Gemeineigentum überführt werden. Auf der Grundlage des Gemeineigentums an den gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmitteln lassen sich alle sozialen und kulturellen Aufgaben der Gesellschaft einvernehmlich und auskömmlich lösen, so auch die gegenwärtigen und noch kommenden sozialen Probleme der Altenpflege im überwiegenden Interesse der (meist eigentumslosen) Bevölkerungsmehrheit, insbesondere auch im Lebensalter!

Altersvorsorge durch Arbeitseinkommen!

Vor allem erwerbstätige Frauen – ohne Rentenehe oder ohne Beamtenposten – landen in Altersarmut!

Frauen in Westdeutschland erreichen im “Durchschnitt“ nur etwa 30 Erwerbslebensjahre für die gesetzliche Rentenversicherung. In allen alten Bundesländern wird dieser Durchschnitt von Frauen in der GRV nicht überschritten. Aber auch das [eigenständige] Rentenniveau liegt in allen alten Bundesländern deutlich unterhalb der Sozialhilfe. So auch in Bayern. Rund 80 Prozent aller Versicherten befinden sich in D. in der GRV.

Für einen eigenständigen GRV-Anspruch auf dem geringen Niveau der Sozialhilfe (Grundsicherung), bedarf es über einen Zeitraum von 35 Vollzeitarbeitsjahren, ein durchschnittliches Brutto-Monatseinkommen von: 2.500 Euro. Von der Mehrzahl wird dieses Durchschnitts-Einkommen niemals erreicht“ Dieses Einkommen entspricht einem Brutto-Stundenlohn von: 15 Euro.

Bei einem Mini-Bruttolohn von nur 10 Euro-Std., bedarf es mehr als 50 Erwerbsjahre in Vollzeitarbeit - ohne Arbeitslosigkeit, für eine eigenständige Alters- und Armuts-Rente auf dem geringen Niveau der Sozialhilfe [sog. gesetzliche Grundsicherung].

Erwerbstätige Menschen ohne Rentenehe und Beamtenposten [- pension], die sich heute im gesetzlichen Mini-Mindestlohn befinden, erreichen in ihrer Mehrheit im Alter keine eigenständige Armuts-Rente auf dem Niveau der Sozialhilfe, selbst bei ihrer lebenslangen Erwerbsarbeit, - ohne Arbeitslosigkeit!

Berufstätige Frauen [-u.a. in Märkten und an der Kasse-] daraufhin angesprochen: ihnen ist meist ihre eigene Zukunft -vor allem in Altersarmut- oft nicht bewusst. Auch hier ein großer Mangel an gewerkschaftlicher Aufklärung und (fehlender) Organisation!

* Vgl. Freitag-Meinungsmedium, 22.03.2016, Pflegesystem. Claus Fussek gilt als schärfster Pflegekritiker des Landes. Was ihn antreibt und weshalb Nichtstun keine Alternative ist. Ein Gespräch über katastrophale Zustände. Ein Blog-Beitrag von David Gutensohn

www.freitag.de/autoren/david-gutensohn/lautstark-dem-schweigen-entgegnen

 

25.03.2016, Reinhold Schramm







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