Arbeitsmarktzahlen: Langzeitarbeitslose werden abgehängt

01.04.14
SozialesSoziales, Wirtschaft, Arbeiterbewegung, News 

 

von Deutscher Gewerkschaftsbund

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagte Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, am Dienstag in Berlin:

"Die Entwicklung am Arbeitsmarkt darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Langzeitarbeitslose immer weiter abgehängt werden. Im Hartz IV-System liegt die Arbeitslosigkeit sogar über Vorjahresniveau, während sie in der Arbeitslosenversicherung um über vier Prozent zurückgegangen ist.

Die deutliche Kürzung der Fördermittel - insbesondere im Hartz IV-System - macht sich längst negativ bemerkbar. Seit 2008 hat sich bei den Langzeitarbeitslosen die Zahl der geförderten Personen halbiert. Auch die Förderschwerpunkte sind zu einseitig: Nur 16 Prozent der Langzeitarbeitslosen, die gefördert werden, nehmen an einer Weiterbildung teil. Bei der Weiterbildung klafft eine große Lücke zwischen Bedarf und tatsächlicher Förderung. Aktivierung allein löst die Probleme der Langzeitarbeitslosen nicht, sondern führt allenfalls zu einer vorübergehenden Beschäftigung.

Auch beim Weiterbildungsprogramm ,Zweite Chance' für junge Erwachsene ohne Berufsabschluss liegen die Jobcenter deutliche hinter den Arbeitsagenturen zurück, obwohl hier die Probleme deutlich größer sind als in der Arbeitslosenversicherung. Während die Arbeitsagenturen im letzten Jahr 13.300 Personen neu gefördert haben, sind es bei den Jobcentern nur 9.600, obwohl zwei Drittel aller Arbeitslosen dort betreut werden. 'Fördern und Fordern' muss endlich mehr als ein unverbindlicher Anspruch sein, deshalb muss hier deutlich mehr geschehen."


www.dgb.de


VON: DEUTSCHER GEWERKSCHAFTSBUND






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