Conterganopfer in Baden-Württemberg stehen sich selbst im Wege

23.05.11
SozialesSoziales, Baden-Württemberg, News 

 

Landesverband in Existenzkrise Conterganopfer fordern von ihren Funktionären die Einhaltung von „Recht und Gesetz“

Unerträgliche Zustände in den von den Eltern Contergangeschädigter gegründeten Verbänden:

I. Vorab erläutert Bernhard Quiel:
Der Bundesverband Contergangeschädigter wurde 1963 als Zusammenschluss der regionalen Interessenvertretungen der Eltern Contergangeschädigter Kinder gegründet. Er finanzierte sich zu Anfang (z.B. durch Spenden und Erbschaften) und legte einen Grundstock zu einem Millionenvermögen. Die Verbände werden seit Jahren nach dem altersbedingten Ausscheiden der Eltern von Personen geführt, die nicht unmittelbar von der Basis der Geschädigten, sondern von Orts- und Landesverbänden gewählt werden.

Hierbei hat jeder Orts- und Landesverband eine Stimme und zwar unabhängig von der Größe seiner Mitglieder.
„Dass damit ein Landesverband mit mehreren hundert Mitgliedern das gleiche Stimmrecht hat, wie ein Ortsverein mit 4 Personen, empfinden viele Geschädigte als höchst undemokratisch“
, führt der selbst schwer contergangeschädigte Bernhard Quiel aus und erläutert: „Die so ins Amt gekommene Vorsitzende des Bundesverbandes, Margit Hudelmaier, betreibt zudem eine unerträgliche Ämterhäufung. So ist sie zusätzlich nicht nur Vorsitzende des VDK Allmendingen, sondern auch im Landesverband Contergangeschädigter Baden-Württemberg. In beiden Fällen hält sie sich nicht an Recht, Gesetz und die Satzungen, wobei sie im VDK 4 Jahre keine Hauptversammlung durchgeführte und nicht dafür sorgte, dass die satzungsgemäßen Vorstandsposten besetzt waren – siehe:
www.ortsmitte.de/alb-donau/ehingen/ehingen_89584~/art47686,591580

II. Skandal im Landesverband Baden-Württemberg

Im Landesverband Baden-Württemberg macht sich unter den Betroffenen indessen extremer Unmut breit, der nun in einer Anfechtung gipfelt. Das Vereinsregister verweigert Eintragungen von Vorständen.

Man hält sich im Landesverband nicht an die Satzung, Mitgliedschaften werden so akquiriert, dass Mitgliedschaften aus anderen Vereinen einfach satzungswidrig als Aufnahme im Landesverband behandelt wurden. Als Vorstand wurden weiterhin mehrheitlich Personen behandelt, die weder entsprechend gewählt wurden, noch satzungsmäßig vorgesehen sind.

In diesen Strukturen machte der Landesverband alleine im letzten Jahr 14.000 Euro Minus. Das Amtsgericht Stuttgart fordert Margit Hudelmaier nun auf, binnen einer Frist von 2 Wochen zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Nach Auskunft der Contergan-Stiftung leben noch zu Zeit ca. 2.752 Contergan-Opfer. Die Mehrheit der Geschädigten fordern jetzt basisdemokratische Strukturen in ihren Verbänden „und hierauf haben sie wohl nach 50jährigem Leid ein Anrecht“, so Bernhard Quiel abschließend.







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