Dritter Deutschsprachiger Grundeinkommenskongress vom 24.-26. Oktober in Berlin:

09.10.08
SozialesSoziales, Bewegungen, Berlin, Sozialstaatsdebatte, TopNews 

 

"Statt in Banken in soziale Chancen investieren!"

Berlin (sk) - Einen Monat nach der erfolgreichen Woche des Grundeinkommens mit über 100 Veranstaltungen in Österreich, der Schweiz und Deutschland findet vom 24. bis 26. Oktober in der Berliner Humboldt-Universität der 3. deutschsprachige Grundeinkommenskongress statt. Unter dem Titel "Auf dem Weg zum Grundeinkommen. Bedingungslos und existenzsichernd" wird er wie schon 2005 in Wien und 2007 in Basel von den drei nationalen Grundeinkommensnetzwerken gemeinsam mit dem globalisierungskritischen Netzwerk attac veranstaltet.

Bei den 36 Workshops und auf den Podien des Kongresses geht es um Alternativentwürfe zu einer Politik, die durch ihre einseitige Finanzmarkt-Orientierung und die Ausgrenzung sozial Schwacher von der Bevölkerung zunehmend als ungerecht empfunden wird. ?Die Krise an den Finanzmärkten und die hilflosen Reaktionen der Regierungen dokumentieren das Scheitern einer Politik, die einseitig auf Wachstum und Gewinne gesetzt hat, ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung jedoch nicht gerecht wurde?, so Christoph Schlee, Sprecher des deutschen Netzwerks Grundeinkommen. Statt nur auf kurzfristige Maßnahmen zu setzen, sei eine Kurskorrektur erforderlich. Dazu gehöre ein wirksamer Schutz gegen die ökonomische Ausplünderung der Staaten und ein bedingungsloses Grundeinkommen zur sozialen Absicherung aller Bürger.

Qualitätsmerkmal des Kongresses ist die gesellschaftliche Breite und Vielfalt der Konzepte. ?Wenn dm-Gründer Götz Werner den Kongress mit einem Impulsreferat eröffnet, sind viele begeistert, andere warnen jedoch davor, den Sozialstaat nicht Kapitalinteressen zu opfern. Positionen grundsätzlicher Kapitalismuskritik stehen auf dem Kongress gleichberechtigt neben Überlegungen zur Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft. Unterschiedliche Ansätze wie diese sollen in eine breite Debatte münden, wie und unter welchen Prämissen das Grundeinkommen eingeführt werden kann. 

Ebenso kontrovers wie wirtschaftspolitische Aspekte und steuerliche Fragen werden auf dem Kongress auch andere Themenbereiche abgebildet: die Chancengleichheit von Frauen und Männern bei der Einführung des Grundeinkommens, die Auswirkungen auf individuelle und kollektive Freiheitsrechte, sozial- und umweltpolitische Effekte. Neben Prominenten wie dm-Chef Götz Werner, Thüringens Wirtschafts-Staatssekretär Prof. Christian Juckenack oder   Katja Kipping, MdB, stellv. Bundesvorsitzende DIE LINKE kommen Vertreter der sozialen Bewegung und von Erwerbsloseninitiativen aus Spanien, Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie die über 30 regionalen Grundeinkommensinitiativen zu Wort. Durch partizipative und kulturelle Elemente sollen alle TeilnehmerInnen angesprochen werden.

 







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz