Sittenwidrig: 4,50 Euro Stundenlohn


01.02.08
TopNewsTopNews, Soziales, Wirtschaft 

 

Arbeitgeber handeln sittenwidrig, wenn sie ihren Beschäftigten weniger als 4,50 Euro pro Arbeitsstunde bezahlen. Beschäftigte können in diesem Fall Lohnnachforderungen geltend machen. Dies hat jetzt das Arbeitsgericht Gera festgestellt und einer Floristin eine rückwirkende Lohnnachzahlung zugesprochen. Der DGB fordert jetzt alle Arbeitnehmer auf, die 4,50 Euro und weniger Arbeitslohn pro Stunde erhalten, ihre Ansprüche zu überprüfen und geltend zu machen.

Sittenwidrig ist die Entlohnung immer dann, wenn der Lohn zweidrittel oder weniger des tariflichen oder ortsüblichen Entgeltes beträgt. Dies hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) 2001 festgelegt. Wer, laut DGB, weniger erhält, kann Lohnnachforderungen geltend machen.

Ausschlussfristen im Arbeitsvertrag bestimmen darüber, wie weit zurück der Anspruch auf höhere Bezahlung geltend gemacht werden kann. Ausschlussfristen in Arbeitsverträgen von weniger als 3 Monaten sind unwirksam und begrenzen die Rückforderungsansprüche von sittenwidrig bezahlten Arbeitnehmern nicht. Gewerkschaften beraten ihre Mitglieder kostenlos und prüfen die Ansprüche an den Arbeitgeber.

Die Angst vor Arbeitsplatzverlust lässt laut DGB viele in unterbezahlten Stellen ausharren. Welche Möglichkeiten es gibt, gegen Sittenwidrigkeit vorzugehen ohne gekündigt zu werden, wissen die zuständigen Gewerkschaften und der DGB-Rechtsschutz.

„Angst vorm Arbeitgeber muss man nicht unbedingt haben," meint der DGB-Chef der Region Emscher-Lippe, Josef Hülsdünker, „weil niemand durch den Arbeitgeber abgemahnt oder gekündigt werden darf, der von seinem Recht Gebrauch macht".







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