JAHRESWECHSELwortgeschwurbel

18.01.21
SozialesSoziales, Politik, Debatte, TopNews 

 

Von Dieter Braeg

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern bald danach ein Jahresanfang und da betätigen sich eine Unzahl von Wortkünstlerinnen und Wortkünstlern und wünschen dem Volk was. Das Jahr wechselt die Politikerinnen und Politiker nicht. Es gibt Wechselstuben für Geld, für Politiker und ihr immer suspekter werdendes Treiben noch immer nicht. Da ein Gespenst umgeht, nicht nur in Europa, sich vor allem in Denk- und Sprechwerkzeuge der unverantwortlich Verantwortlichen eingenistet hat, hier einige Beispiele jener wertlosen Wortbeiträge, die weder dem Ernst der Lage noch der Sprache gerecht werden:

„Liebe Salzburgerinnen und Salzburger!

Ein Neus Jahr beginnt, das ist Anlass vorwärts zu blicken. Ich tue dies aber nicht ohne im Rückblick Danke zu sagen. Wir haben im ablaufenden Jahr, das uns alle sehr gefordert hat, viel an großen Leistungen erleben dürfen. Ich danke Ihnen sehr dafür. Bei allen Beschränkungen gab es so viel an Mitmenschlichkeit Hilfsbereitschaft und aufopfernder Pflichterfüllung, dass wir an uns und an unser Land glauben dürfen und all dies möge auch der Stern sein, der uns den Weg in das kommende Jahr weisen möge. Noch ist die Covid Krise nicht ausgestanden. Noch gibt es Arbeitslose, noch sind wir im Lockdown noch sind viel zu viele Menschen in Quarantäne, in den Spitälern auf Intensivstationen und viel zu viele sterben. Ich bin aber bei aller Trauer und Betroffenheit überzeugt davon, dass in absehbarer Zeit in einem klug abgestimmten System aus Vorsichtsmaßnahmen aus Testungen und auch aus Impfen wieder Schritt für Schritt in unsere Normalität zurückehren, unser Leben der Nähe führen können, gemeinsam Sport ausüben, Kulturveranstaltungen genießen dürfen unsere Geselligkeit und auch unsere Gastfreundschaft leben können für die Salzburg so berühmt ist. Und ich bin auch überzeugt davon, dass die Wirtschaft wieder ihren Aufschwung nehmen wird. Verzagen Sie nicht, das wird schon wieder. Viele viele Menschen in unserem Land arbeiten daran, wir alle können einen Beitrag dazu leisten. All jenen die sich an die Vorsichtsmaßnahmen halten sich testen oder impfen lassen, möchte ich danken und jenen die Gefährlichkeit der Krankheit insgesamt in Frage stellen, oder die Maßnahmen kritisieren, möchte ich sagen – dies ist in einer freien Demokratie ihr gutes Recht. Ich bitte Sie aber, passen Sie auf sich und Ihre Mitmenschen auf! So wünsche ich Ihnen allen für 2021 vor allem Gesundheit, Zufriedenheit und Erfüllung im privaten und im beruflichen Bereich. Ich wünsche Ihnen aber auch und uns allen jenes Maß an Kraft an Zuversicht an Optimus und an Zusammenhalt für den Salzburg immer berühmt war in schwierigen Zeiten und der uns am Ende des kommen Jahres sagen lassen wird: 2021 ist ein gutes Jahr geworden, wir alle haben dazu einen Beitrag geleistet. Ich danke Ihnen!“

Wilfried Haslauer

Landeshauptmann (Ministerpräsident – ÖVP) des Landes Salzburg

Inzidenzwert am 3.1.2021 - 352,4 – der höchste eines Landes in Österreich

 

„Heute ist Neujahr, aber anders als sonst. Letztes Jahr haben wir alle noch von den goldenen 20zigern geträumt. Keiner hätte geglaubt, dass wir von einer weltweiten Pandemie heimgesucht werden. Da bleibt uns dieses Sylvester ohne Böller und Party noch lange in Erinnerung. Hoffentlich hat es Ihnen trotzdem gefallen. Eines ist jedoch klar: Wir müssen uns weiter beschränken. Denn noch hat Corona unser Land, ja die ganze Welt fest im Griff. Wir erleben gerade die zweite Welle und manche prophezeien sogar eine dritte Welle. Nachrichten über mutierte Corona Viren machen uns große Sorge, noch nie gar es so viele Erkrankte wie jetzt, noch nie so viele Todesfälle. Auch in diesem Moment kämpfen unzählige Menschen um ihr Leben. Wir hoffen mit ihnen, wir gedenken der bisher Verstorbenen und wir fühlen mit ihren Angehörigen.

Es empört mich zutiefst, dass es immer noch viele gibt, die Corona ignorieren und leugnen.

Für mich ist jeder Einzelfall ein Schicksal, jeder Todesfall ein Stich ins Herz. So schlimm es auch klingt, wir überstehen es trotzdem. Wir werden Corona überwinden, da bin ich mir ganz sicher. Aber nur mit Geduld, mit Rücksicht und Disziplin. Zum Glück machen die meisten Menschen mit. Für ihr Verständnis bedanke ich mich sehr herzlich. Mein Dank gilt auch jenen, die rund um die Uhr für uns arbeiten, während wir freie Tage haben: den Ärztinnen und Ärzten, den Pflegerinnen und Pflegern. Danke auch an Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehren, der Bundeswehr und allen Beschäftigten in den Gesundheitsämtern. Ja, Corona ist heimtückisch ein wirklich fieses Virus. Aber wir sind nicht ohne Hoffnung. Die gute Nachricht ist: der Impfstoff ist da.  Noch nicht viel, aber es geht los.  Seit einigen Tagen wird geimpft. Der Impfstoff ist die einzige, echte Langzeitstrategie gegen Corona. Klar, es wird nicht über Nacht gehen. Aber mit jeder Impfung gewinnen wir ein Stück Normalität und Freiheit zurück. Keine Sorge, es gibt keine allgemeine Impfpflicht. Aber impfen ist ein Gebot der Vernunft. In der Menschheitsgeschichte gab es schon immer Seuchen. Stets war das Impfen das beste Mittel zur Bekämpfung. Ja, der Impfstoff ist sicher. Da bestätigen jedenfalls alle Zulassungsstellen in Europa, aber auch in Deutschland. Daher: bitte nicht den Fake News glauben, die ständig durchs Netz geistern. Trotz aller Sorgen, die wir haben, gibt es auch immer Anlass, dankbar zu sein. Bayern ist kein Paradies, aber ein großartiges Land. Wir haben eine wundervolle Natur und großartige Menschen. Bayern steht für Ehrenamt, Tradition, Weltoffenheit und Modernität und Herzlichkeit. Nicht umsonst suchen viele bei uns ihr Glück. Gerade junge Menschen haben in Bayern eine gute Zukunft vor sich. Auch für sie war es kein einfaches Jahr. Schule, Ausbildung, Studium, all das war stressig und die Einschränkung von Kontakten treffen sie besonders hart. Danke, dass unsere jungen Leute trotzdem so gut mitgemacht haben.

Also, heute ist Neujahrstag, anders als sonst. Wir bitten nach wie vor um Verständnis für all die Einschränkungen und Beschwerlichkeiten. Aber ich bin überzeugt, dass es der richtige Weg ist. Corona, ist die Bewährungsprobe unserer Generation. Wir bestehen sie gemeinsam.

Wir lassen dabei keinen allein. Wir denken an jeden.  Als ihr Ministerpräsident wünsche ich Ihnen Gesundheit, Glück, Erfolg und ein gutes, vor allem besseres Neues Jahr.

Gott schütze Bayern.“

Markus Söder

Ministerpräsident des Bundeslandes Bayern

Inzidenzwert am 3.1.2021 – 200,2

Schützt Gott Bayern? Glauben die Salzburgerinnen und Salzburger an ihr Land? Die eigentlich laut Verfassung im Mittelpunkt stehenden Menschen werden durch Worte in Schach gehalten, die Wirtschaft mit der Bazooka, der rückstoßfreien Waffe ruhiggestellt und aus der „Haft“ wurde ein Ausgangsverbot, Quarantäne und, wer will, kann sich „freitesten“, als ob die Freiheit nichts anderes wäre als eine zu untersuchende Ware.

Die Worthülsen fallen auf den verseuchten Virusboten und, „wahrlich ich sage Euch, heute ist die Erlösung durch Impfung geboren worden“.  Bayern ist zum Spielkasino degradiert, wo man sein Glück suchen, aber kaum finden wird, denn die immer brutaler werdenden Freiheitseinschränkungen jener die Maske tragen, Abstand halten und alle Hygienemaßnahmen beachten, schränken die Freiheit ein und geschlossene Grenzen zerstören die Freundschaft in bisher offenen Grenzgebieten. Denn: „das Virus fährt Auto“ verkündete vor gar nicht zu langer Zeit der österreichische Bundeskanzler Kurz, der vor nicht all zu langer Zeit noch mit Söder und Orban bestes Einvernehmen hatte. Nicht der Virus meuchelt die letzten Reste des europäischen Gedankens, lässt Europa ohne Grenzen und Kontrollen zum Märchen werden, sondern ehrgeizige Politikerinnen und Politiker, die längst nicht mehr Interessensvertreterinnen und Vertreter des Volkes sind, sondern ohne Not Worthülsen ohne Sinn und Zweck produzieren.

Wer glaubt er könne zum Beispiel in Salzburg internationale Presse kaufen und lesen (etwa ausländische Tages- und WochenMonatszeitschriften), der steht bei der einzigen Buchhandlung am Salzburger Hauptbahnhof, die diese Medienerzeugnisse anbietet, vor verschlossenen Türen und liest die Verkündung „Wegen Pandemie geschlossen“. Die Informationsfreiheit wird, noch ist Ostern fern, schon jetzt gekreuzigt und begraben.

2020 wurden allein in Deutschland zwanzig weitere Kliniken mit 2.144 Betten und ca. 4.000 Stellen geschlossen. Im Dezember z.B. das Krankenhaus Ingelheim, das im Frühjahr noch zusätzlich zu 130 Planbetten 40 Intensivbetten für Corona-Patientinnen und Patienten bekommen hatte. Zum Ende des Jahres wurde auch das St. Vincenz-Krankenhaus in Essen-Nord abgewickelt, nachdem drei Monate vorher bereits das Marienhospital im Stadtteil Altenessen geschlossen worden war.

Das Nachrichtenportal Echo 24 schrieb am 16. Dezember: »Die betriebsinterne Inzidenz liegt unter den Werten der angrenzenden Stadt und Landkreise.« Beruhigend? Im Gegenteil. In Heilbronn lagen die Inzidenzwerte Mitte Dezember bei weit über 300. Manche Großbetriebe weisen unter der Devise »Profit vor Menschen« sogar errechnete vierstellige Inzidenzen auf, ein Anstieg der Neuinfektionen in der Belegschaft in einer Woche im Prozentbereich. Da hilft „Home-Office“ nicht!

„Die aktuell hohen Fallzahlen sind insbesondere durch Kontakte bei privaten Zusammenkünften und zum Teil auch bei der Arbeitsstätte bzw. im beruflichen Umfeld begründet“, schreibt das Landratsamt Berchtesgaden/Bayern. Ebenso gibt es in mehreren Betrieben und Einrichtungen eine Häufung von positiven Covid-19-Fällen. Sämtliche Infektionsherde und -cluster habe das Gesundheitsamt identifiziert und die entsprechenden Quarantänemaßnahmen und notwendigen Vorkehrungen getroffen. Zum Schutz der betreffenden Betriebe und Einrichtungen sowie deren Mitarbeiter und Bewohner werde auf eine öffentliche Bekanntgabe der Einrichtungen verzichtet. Alle betroffenen Personen und deren Angehörige wurden direkt durch das Gesundheitsamt oder durch die Einrichtung kontaktiert. (7-1-2021)  

Die auf Brettern lebenden Österreicher, denen „schiefoan“ alles bedeutet, haben in der Zwischenzeit nicht nur das Virus zu bekämpfen („das mit dem Auto kommt“), sondern auch „a Brettl vorm Kopf“. Der immer „schärfere“ Lockdown führt zu wachsenden Zahlen und so wird das unfolgsame Volk bestraft. Mit Ausgangssperre, mit Bewegungsradiuseinschränkung auf 15 km, und, bald ist es soweit, einem Begegnungsverbot mit sich selbst. Wie wäre es denn mit einer 15 MinutenproTag Bewegungsverordnung, Herr Söder?

Ich bin der Meinung, dass allein kleinräumige virusprophylaktische Maßnahmen (Abstand, Maske, Hygiene, Luftreiniger bzw. -entfeuchter, regelmäßiges Lüften, regelmäßiges Mundspülen, Schweigen in öffentlichen Räumen) sinnvoll sind – und dass pauschale großräumige Maßnahmen oft sogar virusprophylaktisch kontraproduktiv und mit großen volkswirtschaftlichen, sozialen sowie massen- und individualpsychischen Kollateralschäden verbunden sind. Speziell alle Formen von Ausgangsbeschränkungen (also etwa auch das beschlossene 15-Kilometerbewegungsbegrenzung) oder gar Ausgangssperren sind als Virusprophylaxe wissenschaftlich nicht zu begründen, ja sie sind völlig kontraproduktiv, weil diese Ausgangssperren die Menschen in geschlossene Räume einsperren, in denen 99,9 Prozent der Infektionen stattfinden – siehe dazu Rangliste der Infektionsherde des RKI. Im Sommer tobte draußen an der frischen Luft das Leben, auf Straßen, in Parks, im Außenbereich von Restaurants, Kneipen und Cafés – und das Infektionsgeschehen verlief unter ferner liefen (nochmals: wenige Hundert Infektionen pro Tag bei über 83 Millionen Menschen in Deutschland und 9 Millionen in Österreich). Dann kam die Kälte und die Menschen zogen sich mehr und mehr in geschlossene Räume zurück – und die Infektionszahlen stiegen rapide. Und dann kamen völlig unfähige Politikerinnen und Politiker, beraten von völlig unfähigen Expertinnen und Experten (sicher nicht alle), und sperrten die Menschen sogar noch in den geschlossenen Räumen ein – in die Infektionsherde schlechthin. Um sachlich und diplomatisch und hochwissenschaftlich zu fragen: Geht es noch kreuzdämlichdeppeter? Die genannten kleinräumigen Maßnahmen der Virusprophylaxe sind konsequent durchzusetzen – fort mit diesem unfassbaren Schwachsinn flächendeckender pauschaler Maßnahmen, die mehr schaden als nützen, die zutiefst freiheits- und damit menschenfeindlich sind und die man bislang nur aus üblen Diktaturen kannte, schnellstmöglich ab!

Noch Fragen?

Dieter Braeg







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