Sozialen und menschenwürdigen Wohnungsbau jetzt durchsetzen!


Bildmontage: HF

02.03.18
SozialesSoziales, Wirtschaft, Debatte 

 

Von Reinhold Schramm

»Forderungen für sozialen Wohnungsbau. Tropfen auf den heißen Stein. Das Bündnis Wohnungsbau fordert 400.000 neue Wohnungen, davon jedoch nur 80.000 Sozialwohnungen. Man wolle realistisch bleiben.«

Vgl. Tageszeitung, taz.de *

Kommentar

Das sozialdemokratische Bündnis für Streicheleinheiten für Immobilienverbände, Baugenossenschaften und Gutverdiener ist keine Lösung für die existierende Wohnungsnot in den Städten. Auch ist die Verfrachtung der Geringverdiener und Rentner in die ländlichen Regionen keine Lösung. Zudem sind die Speckgürtel der Städte bereits ein Hochpreisgebiet für Mietwohnungen. Auch hilft kein Wohnberechtigungsschein, wenn es dafür auf unabsehbare Zeit in den städtischen Gebieten keine Wohnungen gibt. Die Förderung von Wohneigentum hilft Millionen Menschen mit geringen Einkommen nicht.

Zeit-Online berichtet am 14. November 2017: Die Zahl der wohnungslosen Menschen ist in Deutschland im vergangenen Jahr stark gestiegen: Insgesamt waren 2016 etwa 860.000 Menschen ohne Wohnung, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2014 habe sich die Zahl damit um 150 Prozent erhöht. – Auch diese Menschen haben ein Menschenrecht auf eine auskömmliche Wohnraumversorgung!

Laut Pro-Asyl lebten in Deutschland zum Stichtag 31.12.2017 ungefähr 900.000 Menschen, die unter verschiedenen Voraussetzungen Schutz bekommen haben. Das bedeutet einen Anstieg von rund 30 Prozent seit Ende 2016. – Auch diese Menschen haben ein Menschenrecht auf eine auskömmliche und menschenwürdige Wohnraumversorgung in Deutschland!

Bei der auskömmlichen, menschenwürdigen und bezahlbaren Wohnraumversorgung sind auch die derzeitigen Wohnverhältnisse von Menschen in der Bundesrepublik ohne Aufenthaltsstatus zu berücksichtigen, von derzeit 1.160.110 Personen (einschließlich der Anteil der sich in Obdachlosigkeit befindet).

Bei der anstehenden Wohnraumversorgung muss zugleich auf die Verhinderung einer Gettoisierung geachtet werden. Die Armen dürfen nicht in Slums, – wie auch heute immer noch in Frankreich, Belgien und Großbritannien  –, konzentriert werden. Sie müssen auch in den Wohlstandsgebieten der Reichen und Schönen ihre Aufnahme und soziale Integration, gleichberechtigten Bildungszugang und Akzeptanz finden!

 

* Vgl. Tageszeitung, taz.de am 01.03.2018: Forderungen für sozialen Wohnungsbau. Tropfen auf den heißen Stein. Von Martin Reeh, Parlamentskorrespondent. »Noch in der letzten Woche hatte eine Studie eines anderen Immobilienlobbyverbandes, des ZIA, für Aufsehen gesorgt. Darin heißt es, die Zeiten der „stürmischen Entwicklung der Wohnungsnachfrage“ seien in „München, Berlin und Stuttgart zu Ende gegangen“.«

www.taz.de/Forderungen-fuer-sozialen-Wohnungsbau/!5485812/

 

02.03.2018, Reinhold Schramm







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz