Kinder vor den Folgen des Erwachsenen-Alkoholkonsums schützen

06.09.19
SozialesSoziales, Politik, Kultur, News 

 

„Solange Politiker Bier als Kulturgut verklären und uns Alkoholwerbung penetrant das Bild vermittelt, Alkoholkonsum gehe mit Freude, Gelassenheit und einem schönen Leben einher, solange werden weiterhin Millionen von Kindern unter dem Alkoholkonsum ihres Umfeldes leiden“, erklärt Niema Movassat, drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des Tages des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September. Movassat weiter:

„Schätzungsweise werden jährlich über 10.000 Kinder mit einer Fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) geboren. Sie sind ihr Leben lang gesundheitlich beeinträchtigt und haben häufig Probleme bei der Bewältigung des Alltags. Auch für die etwa 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche, die mit mindestens einem alkoholkranken Elternteil aufwachsen, ist eine unbeschwerte Kindheit kaum möglich. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Alkoholabstinenz oft kritisch beäugt und Alkoholabhängigkeit verurteilt wird. Das ist absurd. Wir brauchen dringend ein Umdenken.

Wir müssen ein gesellschaftliches Klima schaffen, in dem der Griff zur Flasche nicht mehr als naheliegende Option erscheint, um Probleme zu verdrängen oder Schwierigkeiten zu kompensieren. Dazu brauchen Menschen ausreichend Perspektiven für ein gutes und selbstbestimmtes Leben. Zudem benötigen wir für Menschen mit einer Alkoholerkrankung bessere und niederschwellige Hilfen. Und noch immer ist zu wenig bekannt, dass auch geringe Mengen Alkohol für das ungeborene Kind schädlich sind. Wir brauchen also eine höhere Sensibilisierung in der Bevölkerung für die schwerwiegenden Folgen des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft.

Es darf nicht länger sein, dass ungeborene und geborene Kinder die Kosten für einen verfehlten gesellschaftlichen Umgang mit Alkohol tragen. Ich fordere die Bundesregierung auf, einen neuen Kurs einzuschlagen. Wir müssen die gesellschaftlichen Ursachen für Alkoholismus angehen und Konsumkompetenz fördern. Und wir müssen Kindern, die bereits unter vorgeburtlichen alkoholbedingten Schädigungen oder während ihrer Kindheit unter der Alkoholsucht ihrer Eltern leiden, die bestmögliche Hilfe und Unterstützung zukommen lassen.“







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