Höheren Mindestlöhnen in der Altenpflege müssen bald weitere Schritte folgen

29.01.20
SozialesSoziales, Wirtschaft, Politik, News 

 

„Die Anhebung der Mindestlöhne ist unbedingt zu begrüßen. Unausweichlich sind jedoch weitere spürbare Schritte innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre“, kommentiert Pia Zimmermann, Sprecherin für Pflegepolitik der Fraktion DIE LINKE, die Einigung der Pflegekommission. Zimmermann weiter: 

„In der Altenpflege werden 500 bis 600 Euro weniger bezahlt als in der Krankenpflege – sowohl bei Hilfs- als auch bei Fachkräften. Bereits jetzt wandert Personal aus der Alten- in die Krankenpflege ab. Ab 2023 werden die ersten jungen Fachkräfte, die generalistisch ausgebildet wurden, eine Beschäftigung suchen. Ist die Gehaltsdifferenz zwischen Alten- und Krankenpflege bis dahin nicht geschlossen, wird der Personalmangel in der Altenpflege noch einmal deutlich verschärft.

Zudem muss zusätzliches Personal gewonnen werden. Die AOK hat den zusätzlichen Bedarf bis zum Jahr 2030 auf 130 000 Personen beziffert. Das sind 13 000 Kräfte jedes Jahr, jedoch nur auf Basis der jetzigen unzureichenden personellen Ausstattung. Um die damit verbundene unzulängliche Versorgung und die Arbeitsüberlastung zu beseitigen, soll es ab Mitte 2020 im gesetzlichen Auftrag eine Personalbemessung auf wissenschaftlicher Grundlage geben. Die 13 000 zusätzlichen Kräfte jedes Jahr werden dann nach oben korrigiert werden müssen. Ohne deutliche Gehaltszuwächse wird aber kein zusätzliches Personal zu gewinnen sein.“







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