Gefangen gehaltene Bürger bitten um Hilfe


Gefangenenzeitung Lichtblick

12.09.13
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von Gefangenenzeitung der lichtblick

Knackis haben in der JVA Berlin-Tegel fast 600 Unterschriften gesammelt und eine Bittschrift an Justizsenator Heilmann übergeben.

Am 10. September übergab der ehemalige Tegeler Gefangene Torsten Gahlbeck Justizsenator Heilmann eine von knapp 600 Inhaftierten unterzeichnete Petition, in der die Insassen um mehr Personal bitten.

„Werter Herr Heilmann!

Die in der JVA Tegel gefangen gehaltenen Bürger bitten Sie inständig:

- Verwahren Sie uns nicht nur, sondern bitte helfen Sie uns!

- Bitte sorgen Sie für ausreichend Wärter, Sozialarbeiter und Psychologen.

Sie sind für uns verantwortlich - stellen Sie sich dieser Verantwortung und beschädigen Sie uns und die Bevölkerung nicht länger!!! Ihr bisheriges Handeln ist unverantwortlich und unsinnig!

Mit freundlichen Grüßen

Insassen der JVA Tegel“

Knackis, die um mehr "Wärter" bitten? Das verwundert nur auf den ersten Blick: In Berliner Gefängnissen herrscht seit Monaten dramatische Personalknappheit, die die Aufgabenerfüllung der Strafanstalt behindert. Nicht nur Gefangene und deren Rechtsanwälte, sondern auch Kriminalpolitiker, Strafvollzusgexperten und Gerichte monieren die zurückgegangene Personalausstattung.

Für die Resozialisierung der Gefangenen steht im Durchschnitt nur ein Mitarbeiter für 60-90 Gefangene zu Verfügung. Bei der Psychologischen Betreuung ist es noch ärger: über 800 Gefangene hat ein einziger Psychotherapeut zu therapieren.

Die Gefangenenzeitung der lichtblick startet ein Volksbegehren:

Die Inhaftierten wissen um ihre Schwächen – tagtäglich steht ihnen ihr Versagen in Form von Mauern und Stacheldraht vor Augen; sie bitten um Behandlung, weil sie zukünftig ein Leben in Freiheit ohne Straftaten führen wollen. Alleine aber können sie es nicht schaffen!

Der Vollzug raubt ihnen Selbstständigkeit, zerstört Soziale Beziehungen, vermindert berufliche Möglichkeiten, erzeugt Schmerzen und Leiden – nur mit Hilfe von Personal erhalten Inhaftierte die Chance, nach ihrer Entlassung draußen (wieder) Fuß zu fassen, sich sozial angemessen zu verhalten, keine Straftaten mehr zu begehen.

Das dies auch das Interesse der Bevölkerung ist, ist offensichtlich. So wird ein jeder aufgeklärter und kluger Bürger das Begehren der Gefangenen unterstützen!

Unsere Gefangenenzeitung hat hierzu das Volksbegehren „Kriminalprävention stärken, Opfer vermeiden !“ initiiert, das in der nächsten Woche den Berliner Bürgerinnen und Bürgern verkündet wird.

Ziel des Volksbegehren ist es, die Kriminalität zu senken. Besonders günstig und aussichtsreich ist dieses Unterfangen dann, wenn der Staat die Täter, denen er bereits habhaft geworden ist, so behandelt, dass sie keine neuen Straftaten mehr begehen.

Denn: zur Zeit werden zwischen 50 - 80 % der Gefangenen wieder rückfällig! Diese enorm hohe Quote ist das Verschulden des Gefängnisses selbst – eine Justizvollzugsanstalt, die wissenschaftliche Erkenntnisse nicht anwendet und die kein Personal zur Behandlung bereitstellt, kann nur scheitern.

Das Volksbegehren hat hierzu einen Gesetzesentwurf angefertigt und einen Maßnahmenkatalog erstellt; zudem wurde eine erste Kostenplanung errechnet – das Ergebnis überrascht nur auf den ersten Blick: Jeder in Straftäterbehandlung investierte Euro vermeidet / spart etwa 9,- € !

Bitte unterstützen Sie dieses Volksbegehren, das im Interesse aller Bürger Deutschlands ist!

Gefangenenzeitung
der lichtblick
Seidelstraße 39
D-13507 Berlin
fon +49 (30) 90 147 2329

fax +49 (30) 90 147 2329

gefangenenzeitung-lichtblick@jva-tegel.de
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VON: GEFANGENENZEITUNG DER LICHTBLICK






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