Suchtprävention und Suchthilfe vor Profitinteressen stellen

17.04.19
SozialesSoziales, Politik, News 

 

„Die Zahl der suchtkranken Menschen ist weiterhin auf einem erschreckend hohen Niveau. So konsumieren weiterhin 7,8 Millionen Menschen auf riskante Weise Alkohol. Daran wird sich wenig ändern, wenn die Politik nicht endlich reagiert und die Alkoholwirtschaft in ihre Schranken weist", erklärt Niema Movassat, drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des heute vorgestellten „Jahrbuch Sucht 2019“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Movassat weiter: 

„Die Ausgaben der Alkoholindustrie für Werbung sind im letzten Jahr wieder deutlich angestiegen, auf fast 620 Millionen Euro. Für potentiell süchtig machende Produkte wie Alkohol zu werben, trägt dazu bei, dass Menschen problematische Konsummuster entwickeln. Auch zum Schutz von Kindern und Jugendlichen muss Werbung für Alkohol endlich untersagt werden.

Der Bericht legt dieses Jahr den Schwerpunkt auf Glücksspielsucht. Bei dieser Sucht ist das Problem der Verschuldung zentral. Mehr als 25 Prozent der stationär behandelten Spieler sind mit über 25.000 Euro verschuldet. Auch auf Kosten dieser suchtkranken Menschen machte der Glückspielmarkt einen Umsatz im Jahr 2017 von 46 Milliarden Euro. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Spielverordnung durch technische Tricks an Geldspielautomaten umgangen wird und damit bewusst zur Entwicklung von problematischem Suchtverhalten beigetragen wird. Wir brauchen endlich strengere gesetzliche Regeln für die Aufstellung von Spielautomaten. Ein großes Problem ist die Unterfinanzierung der Suchthilfe. Die Politik ist hier gefragt, die kommunale Förderung der Suchthilfe sicherzustellen."







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