Neue Lebensmittelkennzeichnung lückenhaft

12.12.14
SozialesSoziales, Wirtschaft, Politik, News 

 

„Die neue Verordnung zur Kennzeichnung von Lebensmitteln bringt mehr Informationen für Verbraucher, aber nicht unbedingt mehr Klarheit. DIE LINKE fordert deshalb eine dauerhafte Finanzierung der Verbraucherplattform „lebensmittelklarheit.de“ durch Bundesernährungsminister Christian Schmidt.

Nur durch den öffentlichen Verbraucherdialog kommen wir zu klaren Lebensmittelinformationen ohne Täuschung und Irreführung“, erklärt Karin Binder, ernährungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE und Bundestagsabgeordnete aus Karlsruhe, zur Morgen in Kraft tretenden Lebensmittelinformationsverordnung. Binder weiter:

„Zu begrüßen sind genauere Angaben zu den Nährwerten, wie die Ausweisung von Zucker und gesättigten Fetten. Auch die Pflicht zur Nennung einzelner Zutaten, die Allergien auslösen können, ist wichtig. Allerdings ist es schon verwunderlich, dass man die Lebensmittelwirtschaft zur Angabe problematischer Inhalte gesetzlich zwingen muss. Ein echtes Problem bleibt die absurd kleine Schriftgröße von 1,2 Millimetern für die Angabe der Zutaten. Auch bleibt beispielsweise die Bezeichnung „Putensalami“ auf der Vorderseite der Verpackung erlaubt, auch wenn sie einen großen Anteil Schweinefleisch hat. Solch wichtige Informationen sind aus der Minischrift auf der Rückseite kaum herauszulesen.

Weiterhin unklar bleibt die Herkunft von Fleisch, wenn es etwa in Fleischsalat oder auf Pizza verarbeitet ist. Mit Blick auf die immer unüberschaubareren Lieferketten weltweit zusammengekaufter Rohwaren, wären nachvollziehbare Erzeugungswege gerade bei Fleisch wichtig. Besonders absurd wird es bei der Kennzeichnung von Nanostoffen. Diese Zusätze dienen häufig als Rieselhilfe oder zum Weißmachen und können möglicherweise menschliche Zellen schädigen. Sie werden nur mit großem technischen Aufwand unter Elektronenmikroskopen sichtbar. Wollen Lebensmittel-Kontrolleure Nanozusätze aufspüren, müssen die Überwachungsbehörden zunächst Millionen-Euro-Beträge in entsprechende Ausrüstung investieren. Dabei fehlt es den Kontrolleuren schon jetzt an Personal und Ausstattung. Hinzu kommt: Es gibt derzeit kein zuverlässiges Nachweisverfahren für Nanostoffe. Sinnvoller wäre also ein Verbot von Nanozusätzen in Lebensmittel gewesen, statt zu kennzeichnen, was man nicht finden kann.“







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