Deutschland 2010: Wer arm und fürs Kapital wertlos ist, der muss früher sterben!


Bildmontage: HF

30.05.10
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Soziale Selektion im Gesundheitssystem nach Einkommen, Eigentum und Vermögen.

Von Reinhold Schramm

Seit Jahren zerstören BDI und BDA, deren Interessen- und Lobbyverbände, die FDP, SPD und Grünen, der 'Club Der Unternehmer' (CDU) und die CSU das deutsche Gesundheitssystem.

1977: Einführung von Zuzahlungen pro Arzneimittel, auf kieferorthopädische Behandlungen und Fahrtkosten.
1988: Verdopplung der Zuzahlung für Krankenhausaufenthalte von fünf auf zehn DM pro Tag. Auch für Massagen müssen Versicherte künftig extra zahlen.
1992: Einschränkung der Leistungen bei Kieferorthopädie und Brücken.
1997: Erhöhung der Zuzahlungen für Kuren und Reha-Maßnahmen. Versicherte müssen für Arzneimittel bis zu 13 DM p. P. zahlen. Das Krankengeld wird um zehn Prozent gekürzt.
2003: Praxisgebühr, zehn Euro pro Quartal. Sterbe- und Entbindungsgeld werden gestrichen. Brillen nicht mehr von der Kasse bezahlt. Zuzahlungen auf Medikamente und Heilmittel werden nochmals erhöht. Fast alle rezeptfreien Arzneimittel werden nicht mehr erstattet.
2004: Sonderbeitrag von 0,9 Prozentpunkte für alle Beschäftigten der Lohnarbeit.
2007: Einführung für die Möglichkeit von Zusatzbeiträgen, den allein die Erwerbstätigen zahlen. Chronisch Kranke werden besonders belastet. -

Im ungeschminkten Klartext: Es geht dem Staat der Wirtschaft, der beauftragten Regierung und der Mehrheit im Parlament, um die beschleunige Kostensenkung durch Reduzierung aller Gesundheits- und Reproduktionsleistungen. Auch um die Reduzierung der Lebenserwartung von unbrauchbaren Hartz-IV-Langzeitarbeitslosen und armen Menschen im Verwertungssystem des Kapitals. Auch um die weitere Kostenentlastung der staatlichen Rentenkasse und Pflegekasse.

Bereits im Februar 2009 kommt der DGB bei der Bewertung der Gesundheitspolitik zur Feststellung: "Es ist ungeheuerlich, dass die neoliberalen Gralshüter der FDP den Roulettespielern am Aktienmarkt neues Geld zuschanzen und das gesamte Gesundheitswesen zum Spielball kranker [-es gibt keine gesunden-] Kapitalmärkte machen wollen." - Und "es könne nicht angehen, dass die Privatisierungsfanatiker die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung aufs Spiel setzen." [1]* -

*Anmerkung: Liebe DGB-Kollegin Buntenbach, im Kapitalismus und Imperialismus der Deutschland AG kann es immer angehen, dass die Privatisierungsfanatiker der bürgerlichen Regierungs- und Parlamentsparteien die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Profitinteresse des Monopol-Kapitals von BDI und BDA aufs Spiel setzen!
   
 
Die soziale Selektion nach Einkommen, Vermögen und Eigentum in der Deutschland AG hat Auswirkungen auf die ungleiche Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Eine Überwindung der Eigentums- und Vermögensverhältnisse ist eine Voraussetzung für eine gleichberechtigte und hochwertige Gesundheitsversorgung der gesamten Bevölkerung. Eine sozial-ökonomische Voraussetzung für eine gleichberechtigte Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ist die Umverteilung des Reichtums der Gesellschaft. Eine Umverteilung von oben nach unten.
Zur Zeit verfügen nur zehn Prozent der Bevölkerung (die sozialökonomische Oberschicht, einschließlich Bourgeoisie und Großbourgeoisie) über mehr als 61,1 Prozent aller Vermögensanteile, über mehr als 4032,6 Milliarden Euro (so bereits im Jahr 2007). Ein Prozent aller Erwachsenen verfügt über 23 Prozent aller Vermögen, über mehr als 1518 Milliarden Euro. [2]

Die große Mehrheit, die Angehörigen der Lohnarbeit und realen Wertschöpfung, rund 70 Prozent der Gesamtbevölkerung, verfügt nur über 9 Prozent aller Nettovermögen in Deutschland, nur über rund 594 Milliarden Euro. [2]

Bereits schon vor einer überfälligen und unausweichlich notwendigen sozialökonomischen, emanzipatorischen und gesellschaftspolitischen Umwälzung  - im Interesse der Gesamtbevölkerung - sind die ökonomischen Mittel für eine gleichberechtigte Versorgung auch im Gesundheitswesen für ausnahmslos alle Menschen in der Bundesrepublik Deutschland vorhanden. [2]

   
Quellen: [1] DGB-Pressemitteilung 025 - (bereits) am 12.02.2009:
"Gesundheitspolitik: FDP von allen guten Geistern verlassen".
http://www.dgb.de/presse/... - Gesundheitsleistungen
[2] Klassengesellschaft, Eigentums- und Vermögensverteilung in Deutschland.
http://www.debatte.info/fileadmin/download/rschramm_10052009.pdf

Empfehlung:
FR-online.de - am 28.05.2010.  Kopfpauschale: "Rösler will Mittelschicht belasten".**
Von Timot Szent-Ivanyi.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2696174_Kopfpauschale-Roesler-will-Mittelschicht-belasten.html#show_comments** - 

** Zu: "Roesler will ..."[?!]: Das Kapital, die Interessen- und Lobbyverbände der Gesundheitsindustrie im BDI und BDA, sie wollen weiter die Lohnarbeit und die Armen belasten. Alle Gesundheitsleistungen sind ein Ergebnis aus der Wertschöpfung -vor allem- der Lohnarbeit.
Der (selbst-)'beauftragten FDP und den anderen unsozialen bürgerlichen Parteien, geht es um die Stabilisierung der bestehenden Gesellschaftsordnung und um die weitere private Aneignung (Klientelpolitik) der Ergebnisse aus der Wertschöpfung der abhängigen Arbeit (Lohnarbeit).

29.05.2010, Reinhold Schramm







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