DGB-Vorstand fordert "Überbrückungsgeld" - vor "Hartz IV"


Bildmontage: HF

08.09.09
SozialesSoziales, Wirtschaft, TopNews 

 

Von Reinhold Schramm

Vorbemerkung: Laut einer Befragung im Auftrag des DGB fühlen sich 74 Prozent der jungen Deutschen zwischen 16 und 32 von Politik und Parteien nicht ausreichend vertreten und 60 Prozent sind bereit, "für ihre Interessen auf die Straße zu gehen." [1]

Zum Überbrückungsgeld: Der DGB-Vorstand kommt zur Feststellung: nur jeder dritte Arbeitslose erhält ALG I - und die meisten rutschen mit der Erwerbslosigkeit gleich in "Hartz IV" ab. Angesichts dieser Entwicklung fordert der DGB-Vorstand eine Verzögerung durch ein befristetes Überbrückungsgeld - und danach geht es in "Hartz IV" ?! [2]


Zur überfälligen gewerkschaftlichen Tagesordnung:
Richtig wären zwei (gewerkschaftliche) Forderungen und deren praktische Durchsetzung:
1. Überbrückungsgeld bis zur Wiederaufnahme einer auskömmlichen Lohnarbeit und
2. Aufhebung und Ende mit "Hartz IV"
2.1. eine menschenwürdige und auskömmliche Regelleistung.

Gewerkschaftliche Aufgaben: Um den zunehmend erwünschten und allgemeinen sozialen Deklassierungszustand der Lohnarbeit im Kapitalinteresse zu beenden und damit auch den DGB- Mitgliederschwund umzukehren, wären folgende gewerkschaftliche Forderungen aufzunehmen und praktisch, unter Einbeziehung aller Kolleginnen und Kollegen in Lohnarbeit, umzusetzen - durch Kampfmaßnahmen:
- Verkürzung der Arbeitszeit, 30-Stunden-Woche, bei vollem Lohnausgleich
- Einstellung aller erwerbslosen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit, unabhängig vom Lebensalter
- Bezahlung entsprechend der beruflichen Qualifikation, auf tariflicher Grundlage, nicht unter 13 Euro-Std.
- gleicher Lohn für gleiche Arbeit, unabhängig von Lebensalter, Geschlecht und Herkunft.
- Einführung und (rechtliche) Verbindlichkeit eines flächendeckenden auskömmlichen Mindestlohnes in Deutschland.
- Aufhebung der Rentenverschiebung "Rente mit 67" und vollwertige ungekürzte Rentenansprüche!


Quellen: [1] DGB-Studie belegt hohes Protestpotenzial bei jungen Deutschen:
http://www.dgb.de/2009/09/04_protestbereitschaft_jugend/
[2] DGB fordert Überbrückungsgeld (die Meldung am 07.09.2009):
http://www.dgb.de/dgb/gbv/beitraege_buntenbach/2009/berliner_zeitung/

Empfehlung:
1.) Nicht nur zum Wahlparteitag der Linkspartei: Mindestlohn von 13 Euro fordern und politisch durchsetzen!
http://www.debatte.info/index.php?id=780
2.) Wahlk(r)ampf: "Arbeit für alle" - und zur Realität der Arbeitslöhne.
http://www.debatte.info/index.php?id=813
3.) Klassengesellschaft und Vermögensverteilung in Deutschland
http://www.debatte.info/fileadmin/download/rschramm_10052009.pdf

Merke: Ohne gemeinsamen und organisierten gewerkschaftspolitischen Kampf gibt es keinen auskömmlichen Mindestlohn und auch keine menschenwürdige Regelleistung und Überwindung von "Hartz IV" in Deutschland.

Menschen in Lohnarbeit, Arbeitslosigkeit und Armut, nur "Gemeinsam sind wir stark!" 







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