Frau Cengiz von Zwangsräumung bedroht - Offener Brief an die Eigentümer

10.07.12
SozialesSoziales, Berlin, News 

 

von Bündnis für Frau Cengiz

zur Unterstützung der von Zwangsräumung bedrohten, schwerbehinderten Frau Cengiz hat sich das “Bündnis für Frau Cengiz“ mit folgenden offenen Brief an Vorstand und Aufsichtsräte der 'Falstaf Vermögensverwaltung AG' gewandt.

Die 'Falstaf Vermögensverwaltung AG' hat Frau Cengiz fristlos gekündigt. Bis auf Frau Cengiz und 2 weitere Mietparteien ist das, im sozialen Wohnungsbau erbaute, Haus Maybachufer 18 bereits entmietet und die Wohnungen werden von der 'Falstaf Vermögensverwaltung AG' als Eigentumswohnungen verkauft.

Weitere Infos finden auf dem Blog:http://zwangsraeumungverhindern.blogsport.de, im Artikel „Exempel der Verdrängung“ der TAZ (http://www.taz.de/!92372) oder im Beitrag „Teures Kreuzberg“ der ZDF Drehscheibe
(http://www.youtube.com/watch?v=elWNJR-vFm0&feature=player_embedded).
Für Fragen stehen wir gerne unter zwangsraeumungverhindern@riseup.net zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Bündnis für Frau Cengiz

Falstaf Vermögensverwaltung AG z. Hd. Herr Dr. Georg Thaler z. Hd. Herr Dr. Peter Czernin z. Hd. Herr Dr. Michael Thaler z. Hd. Herr Dr. Rudolf Kinsky
Schlüterstr. 4 10625 Berlin
Offener Brief Berlin, 7. Juli 2012

Sehr geehrter Herr Thaler, Sehr geehrter Herr Czernin, Sehr geehrter Herr Thaler, Sehr geehrter Herr Kinsky,

die Falstaf Vermögensverwaltung AG, deren Vorstand bzw. Aufsichtsrat sie sind, ist Eigentümerin des Hauses Maybachufer 18 in 12047 Berlin. In diesem Haus wohnt Frau Nuriye Cengiz. Frau Cengiz ist schwerbehindert und zog 2005 nach langer Suche und einer 2jährigen Behördenodyssee in die behindertengeeignete Wohnung ein. Sie fühlt sich in ihrer Wohnung und ihrem Kiez zuhause. Hier kann sie sich angstfrei mit ihrem Rollstuhl bewegen und viele Leute kennen sie und bieten ihr Unterstützung an. Die Falstaf Vermögensverwaltung AG hat Frau Cengiz fristlos gekündigt. Eine behindertengeeignete Wohnung in ihrem Umfeld zu finden, ist für Frau Cengiz aufgrund der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt unmöglich. Die derzeitige Situation und die Angst vor drohender Obdachlosigkeit sind für Frau Cengiz sehr belastend. Wir bitten Sie, die fristlose Kündigung rückgängig zu machen und Frau Cengiz einen Verbleib in der Wohnung zu für sie tragbaren Mietkonditionen zu ermöglichen. In Erwartung einer baldigen Antwort verbleiben wir mit freundlichen Grüßen Bündnis für Frau Cengiz
zwangsraeumungverhindern.blogsport.de zwangsraeumungverhindern@riseup.net

Zwangsräumung verhindern – wir kommen!

Frau Nuriye Cengiz soll mit miesen Tricks aus ihrer Wohnung am Maybachufer 18 vertrieben werden. Der Eigentümer Falstaf Vermögensverwaltung AG hat bis auf drei Wohnungen die ehemaligen Sozialwohnungen entmietet und verkauft diese als Eigentumswohnungen für 3.700 Euro/qm. Frau Cengiz wehrt sich dagegen, wir werden ihren Kampf unterstützen. Das Haus wurde als sozialer Wohnungsbau errichtet. Die Kosten waren beim Bau des Hauses um ein wesentliches höher als die damals üblichen Baukosten, was im Begriff der sogenannten Kostenmiete versteckt wurde. Der Staat subventionierte damit Eigentümer und Banken und zahlte die Differenz zu den Sozial mieten mit einer sogenannten Anschlussförderung. Frau Cengiz ist schwerbehindert und zog 2005 nach langer Suche und einer 2-jährigen Behördenodyssee in die behindertengerechte Wohnung ein. Ein 30jähriges Berufsleben lag hinter ihr. 2008 wurde das Haus verkauft. Durch den Wegfall der Anschlussförderung war es dem Eigentümer möglich, die Miete für die 47 qm von 386 auf 626 Euro zu erhöhen, jenseits von sonst üblichen Mieterrechten. Die Mieterhöhung war die höchste im Haus. Es kann vermutet werden, dass es einen Zusammenhang mit dem migrantischen Hintergrund der Mieterin gab. Der neue Eigentümer tyrannisiert die Mieterin, um sie zum Auszug zu drängen. Eine fristlose Kündigung zum 30.04.2012 ist bereits durch geklagt. Der Widerspruch dagegen ist abgelehnt aber Berufung beim Landgericht eingelegt. Die meisten Mieter in diesem Haus sind bereits verdrängt und die Wohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt. Sechs Wohnungen sind bereits verkauft, 2 Wohnungen werden als Ferienwohnung genutzt. Die Wohnung von Frau Cengiz wird für 160.000 Euro als Eigentumswohnung angeboten. In der Erdgeschosswohnung hängen Zettel, mit denen Frau Cengiz auf ihre Situation aufmerksam macht. Sie will sich aus der Wohnung nicht räumen lassen. Sie fühlt sich in ihrer Wohnung und ihrem Kiez zuhause. Hier kann sie sich angstfrei mit ihrem Rollstuhl bewegen und viele Leute kennen sie und bieten ihr Unterstützung an.

Wir sind solidarisch und wollen gemeinsam mit ihr die Zwangsräumung verhindern.
Bündnis für Frau Cengiz




VON: BÜNDNIS FÜR FRAU CENGIZ






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