Rente mit 67 bedeutet individueller und volkswirtschaftlicher Abstieg


Bildmontage: HF

14.01.12
SozialesSoziales, Wirtschaft 

 

von Lothar Zedler

Was passiert eigentlich bei Rente mit 67? Eine kritische Analyse unter der Verwertung statistischen Materials mit dem Hinblick auf das, was wir verhindern sollten.

Wenn 73 Prozent aller ab 65-jährigen Deutschen an einer chronischen Erkrankung leiden, ist es nachvollziehbar, dass nur noch 47 Prozent der 55- bis 64-jährigen im Erwerbsleben stehen. Dieser Prozentsatz könnte noch geringer sein, da die ab 58-jährigen im ALG-II-Bezug in der Arbeitslosenstatistik nicht mitgezählt werden.

Deutschland ist in der Langzeitarbeitslosigkeit in der Gruppe der 55- bis 64-jährigen im EU-Vergleich negativer Spitzenreiter. Insofern ist dem kritischen Bundesbürger zuzustimmen, dass er in der Mehrheit Rente mit 67 ablehnt, weil es ein reines Rentenkürzungsprogramm ist.
(vgl. Abb. 0404, 04020, 12185, 12489)

Darüber hinaus ist Rente mit 67 ein äußerst mittelstandsfeindliches Programm! Man mag uns immer einreden, Deutschlands Wohlstand sei in erster Linie vom Export abhängig. Hierbei handelt es sich um ein gern genutztes Argument der Eliten, um Forderungen nach mehr Lohn und Gehalt abzuwürgen. Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands ist zu 64 Prozent abhängig von der Nachfrage der privaten Haushalte.

Da in den nächsten Jahren aufgrund der demographischen Entwicklung der prozentuale Anteil der Rentner und damit auch der Armutsrentner steigen wird, hat dies bei der Beibehaltung der Rente mit 67 einschneidende Auswirkungen auf die Existenz der Mittelständler, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden. Der Mittelstand, der bereits jetzt im internationalen Vergleich die schlechtesten Umsatzrenditen aufgrund der Vernachlässigung der Arbeitnehmerentgelte erzielt, wird neben den Armutsrentnern in den kriselnden Sumpf weiter hineingezogen, da arme Rentner keine erwähnenswerte Binnenkonjunktur schaffen.
(vgl. Abb. 04960, 15169, 12998, 15105)

Fazit: Um den individuellen und volkswirtschaftlichen Abstieg Deutschlands zu verhindern, muss von der Rente mit 67 ideologiefrei Abschied genommen werden. Deutschlands Wirtschaftsleistung ist seit der Wiedervereinigung bei vier Prozent weniger Arbeitsstunden um 30 Prozent gestiegen. Davon ist allerdings so gut wie nichts im Portemonnaie der Arbeitnehmer angekommen. Wäre dies in den Geldbörsen der Rentner gelandet, wäre jede rentenkritische Diskussion obsolet, da diese Rentner dann mehr Rente erhalten würden, als jede vorherige Rentnergeneration es in den kühnsten Träumen auch nur gewagt hätte.
(vgl. Abb. 16010)












































VON: LOTHAR ZEDLER






<< Zurück