Die Leistungsbilanz der Sanvartis-UPD lässt sich nicht schönreden

16.08.17
SozialesSoziales, Politik, News 

 

„55 Prozent mehr Geld, aber eine schlechtere Beratung – diese Leistungsbilanz der neuen Sanvartis-UPD ist aus Sicht der Patientinnen und Patienten nicht akzeptabel! Darum brauchen wir wieder eine wirklich unabhängige Patientenberatung, getragen durch Patientenorganisationen und Sozialverbände.“ kommentiert Kathrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der LINKEN im Bundestag, die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage zur Leistungsbilanz der Sanvartis-UPD. Vogler weiter:

„Die von der Bundesregierung immer behauptete schnellere Erreichbarkeit bei der neuen UPD ist ein Märchen: Es stimmt zwar, dass Ratsuchende nicht mehr so lange in der Warteschleife hängen wie früher. Doch leider erreichen sie dann meist nur jemanden im Callcenter, der keine fachkompetente Beratung bieten kann. Auf den Rückruf eines Fachberaters müssen sie dann oft sehr lange warten. Das stellt für mich keine Verbesserung dar, im Gegenteil.

Und bei der persönlichen Beratung vor Ort gibt es gegenüber früher große Einschnitte. Die Sanvartis-UPD hat es auch nach 1,5 Jahren nicht geschafft, sich vor Ort zu verankern. Zudem sind viel zu wenige Planstellen vorgesehen, um die Beratungsstellen ausreichend besetzen zu können. Vor allem: Ein niedrigschwelliger Zugang auch ohne vorherigen Anruf und Terminvereinbarung wird von der Sanvartis-UPD nicht angeboten. Auch das ist schlechter als früher.

Und wenn es denn stimmen sollte, dass im UPD-Haushalt ein Sechstel der Fördermittel für Computer-Dienstleistungen an die Mutterfirma Sanvartis vorgesehen sind, dann muss hier eine vollständige Transparenz erfolgen. Denn Sanvartis ist eben nicht eine gemeinnützige Organisation, die Patientenberatung aus einer Grundüberzeugung heraus anbietet, sondern es ist ein gewinnorientiertes Unternehmen. Die Bundesregierung versteckt sich bei dieser Frage hinter Geschäftsgeheimnissen und äußert sich nicht, dabei weiß sie ganz genau Bescheid: Bis vor kurzem nämlich war der Staatssekretär im Gesundheitswesen, Karl-Josef Laumann, in seiner Funktion als Patientenbeauftragter der Bundesregierung gleichzeitig Vorsitzender des UPD-Beirats. Nunmehr erfüllt seine Nachfolgerin Ingrid Fischbach diese Funktion.“







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