Weltarmutstag – Feiertag für Reiche

17.10.17
SozialesSoziales, Politik, News 

 

Zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Armut äussert sich die Vorsitzende der Partei DIE LINKE Katja Kipping:

1995 waren in Deutschland rund zwölf Prozent von Einkommensarmut betroffen. Nun sind es schon 16 Prozent. Dauerhaft armutsgefährdet waren 1995 rund fünf Prozent der Bevölkerung, nun sind es fast neun Prozent. Besonders von Armut betroffen sind Erwerbslose, fast 60 Prozent, aber auch jeder zehnte Erwerbstätige und jedes fünfte Kind. Die Haushalte in der unteren Hälfte der Vermögensverteilung verfügen nur über rund ein Prozent des gesamten Nettovermögens, während die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens besitzen. Anlässlich des Weltarmutstages erklärt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE.

Wie lange noch ist der Weltarmutstag ein Feiertag für Reiche? Verteilungsgerechtigkeit muss in den Mittelpunkt der Politik rücken, weil nur mit ausreichender materieller Absicherung ohne Wenn und Aber ein Leben in Würde möglich ist. Sie ist Voraussetzung dafür, dass sich jeder Mensch frei entwickeln kann und Solidarität möglich ist. Eine krasse Ungleichverteilung wie im reichen Deutschland ist der Nährboden für Missgunst und Entsolidarisierung.

Aktuell stehen die Verhandlungen zum Jamaika-Koalitionsvertrag an. Wenn auch nur eine der beteiligten Parteien an der bestehenden Armut etwas ändern wöllte, sollte sie einen Mindestlohn von 12 Euro, eine sanktionsfreie, individuelle Mindestsicherung, eine Mindestrente und ein elternunabhängiges, rückzahlungsfreies BAföG von derzeit 1050 Euro netto sowie eine eigenständige Kindergrundsicherung in Höhe von 573 Euro einbringen und durchsetzen. Finanzierbar ist das alles, wenn man keine Umverteilung von oben nach unten scheut.

 







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