Zwei Jahre Leerstand nach sinnloser Räumung durch Polizei und Vertreibung einer Familie


Bildmontage: HF

30.09.17
SozialesSoziales, Bewegungen, Köln, NRW 

 

Von Wohnraum für Alle

Am 30.09.2015 räumte die Polizei das besetzte Haus am Kartäuserwall 14 mit einem Großaufgebot. Die Besetzung hatte das Ziel den Abriss des Hauses zu verhindern und die Familie Montag wieder dort wohnen zu lassen. Der Familie wurde zuvor gekündigt, weil sie „ein Hindernis für die angemessene wirtschaftliche Verwertung“ darstellte. 2 Jahre nach dem Abriss ist das Gelände eine verwilderte Brache 1).

Bis zum Mai 2017 wurden die geplanten Neubauten als: „LuxusLoft Townhouse“ im Internet vermarktet, für einen Preis von fast 900.000€ pro Haushälfte:

https://www.immobilienscout24.de/expose/85694620#/

Zur Erinnerung : Der von der Familie Montag gemietete Kartäuserwall 14 wurde, von dem Vormund des Eigentümers, seinerzeit für 310.000€ an die Spekulanten verkauft. Angeblich wurde die Vermarktung gestoppt, weil das Bauaufsichtsamt die beabsichtigte Aufstockung des Neubaus verboten hat.

Die Wohnraum-Aktivst*innen und Hausbesetzer*innen machten bereits kurz nach der Besetzung darauf aufmerksam, dass die Neubaupläne gegen die Abstandsflächenregelung verstoßen. Die Baugenehmigung wurde daher unrechtmäßig erteilt.

Um auf die skandalösen Vorgänge zu erinnern, werden wir am Samstag den 30.09.2017 ab 13 Uhr einen Info-Stand vor der Brache aufbauen.

Auch die Rolshover Str. 98 in Kalk steht weiterhin leer. Der dort wohnenden Hausgemeinschaft wurde zum 30.09.2015 wegen Eigenbedarf gekündigt. Am 01.10.2015 wurde das Gebäude von Aktivist*innen besetzt, musste aber am selben Tag durch einen Polizeieinsatz verlassen werden2). Damit ist auch dieser Wohnraum seit 2 Jahren nicht mehr genutzt.

Bernd S. von der Wohnraum-Initiative konstatiert: „Es ist ein Skandal, wie leichtfertig Gerichte den Spekulanten erlauben Menschen aus ihre Wohnungen zu werfen. Der Kartäuserwall 14 und die Rolshover Str. 98 zeigen die tragischen Folgen solcher Fehlurteile für die Mieter*innen in Köln.„

Initiative Wohnraum für Alle!







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