Kritik an Ausschluss von osteuropäischen Obdachlosen von Hilfe v.a. durch SKM in Köln


Bildmontage: HF

31.08.17
SozialesSoziales, Debatte, Bewegungen, NRW, Köln 

 

Von Wohnraum für Alle, Köln

Fassungslos über die Interviews im Kölner Stadtanzeiger vom 26.08 (1) mit Vertretern des SKM Köln über den Ausschluss osteuropäischer Obdachloser von der Hilfe würden wir gerne einiges zur Diskussion stellen /zu bedenken geben.

Bei allem Verständnis dafür, dass man mit begrenzten Ressourcen nicht allen gerecht werden kann, fragen wir uns doch, wieso nicht eine andere - nicht diskriminierende – Form, wie z.B. Losverfahren o.ä. gewählt wurde? Auf Ihrer Facebook Seite des Bundesverbandes rühmt man sich schließlich damit, dass „Mitgefühl keine Obergrenze kennt“ - wohl aber Herkunft?

Ebenfalls Ihrem Facebookauftritt zu entnehmen, ist Populismus für den SKM in diesem Jahr scheinbar ein besonderes Thema. Wie kommen dann folgende Äußerungen zu Stande:“...Sie [osteuropäische Obdachlose] haben die hiesigen Wohnungslosen, für die wir ja eigentlich zuständig sind, zunehmend verdrängt“ und „„Der typische Berber aus Köln hat bei diesen Verteilungskämpfen oft den Kürzeren gezogen und sich bei uns nicht mehr wohl gefühlt.“ ?Wie kann man sich gegen Populismus engagieren und gleichzeitig rassistischen Stigmatisierungen und Spaltung Vorschub leisten?

Wie ist es möglich zu sagen „Wir müssen diesen Menschen endlich helfen – aus humanitären Gründen, aber auch, weil wir die Situation sonst nicht in den Griff bekommen“ und in der Konsequenz genau das Gegenteil zu tun?

Eine weitere Frage für uns ist, was der SKM unternommen hat (außer die Politik zu warnen), bevor harte Fakten geschaffen wurden? Wurde beispielsweise versucht, vom Erzbistum Köln oder anderen katholischen Stellen finanzielle Hilfe zu bekommen?

Durch die ALGII Reform Anfang diesen Jahres, durch welches viele EU Bürger ihr Existenzminimum verloren haben oder noch verlieren werden, hat es sicher zu mehr Bedarf im Rahmen der Obdachlosenhilfe geführt. Es dürfte sich also um ein bundesweites Phänomen handeln. In diesem großen Zusammenhang stellt sich die Frage, ob sich karitative Organisationen dem menschenrechtlich äußerst fragwürdigen Kurs der Bundesregierung anpassen oder einen Kontrapunkt setzten werden, der sich nicht alleine in Phrasen erschöpft?

(1) (http://www.ksta.de/koeln/obdachlose-in-koeln-hilfseinrichtungen-schliessen-tueren-fuer-osteuropaeer-28227132)







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