Selbstkostendeckung rettet die Krankenhäuser vor Inflation, steigenden Energiepreisen und Personalnot Fallpauschalen gescheitert: Krankenhäuser brauchen Selbstkostendeckung

09.09.22
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Von Bündnis Klinikrettung

Angesichts der hohen Inflation und Energiepreise fordert das Bündnis Klinikrettung neben einem Inflationsausgleich für Krankenhäuser vor allem die Einführung der Selbstkostendeckung. Andernfalls droht ein Kollaps der Krankenhäuser mit vielen Insolvenzen.  

Klaus Emmerich, Klinikleiter i.R. und Mitglied im Bündnis Klinikrettung merkt dazu an:
„Der von vielen Verbänden geforderte Inflationsausgleich ist eine sinnvolle kurzfristige Maßnahme, um schnell noch mehr Insolvenzen abzuwenden. Allerdings kuriert er nur die Symptome eines gescheiterten Finanzierungssystems. Wir brauchen dringend eine Abkehr von den Fallpauschalen, den Diagnosis Related Groups (DRG). Denn das DRG-Finanzierungssystem deckt schon im Normalbetrieb die Kosten insbesondere von kleineren und mittelgroßen Krankenhäusern der Grundversorgung nicht – von den Krisensituationen ganz zu schweigen.“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte  am Rande der  GesundheitsministerInnenkonferenz in Magdeburg im Juni mit Aktiven vom Bündnis Klinikrettung gesprochen und sie eingeladen, sich in die Diskussion um die Krankenhausstrukturreform einzubringen. Das Bündnis hat ein Konzept zur Selbstkostendeckung der Krankenhäuser entwickelt und vorgelegt.

Laura Valentukeviciute, Sprecherin vom Bündnis Klinikrettung dazu:
„Nach fast zwanzig Jahren DRG-Finanzierungssystem ist dessen Scheitern offensichtlich. Minister Lauterbach muss jetzt umsteuern und die Krankenhausfinanzierung auf Selbstkostendeckung umstellen. Das würde sowohl die Kosten im Krankenhausbereich senken als auch die Engpässe beim Personal mildern.“

Kurz zusammengefasst bringt die Selbskostendeckung folgende Vorteile:

    • Minderung der Krankenhauskosten
    • zusätzliche Verfügbarkeit von klinischem Fachpersonal im Umfang von 143.000 Vollzeitkräften
    • Sicherstellung der dezentralen flächendeckenden klinischen Versorgung in jeder Region Deutschlands, erreichbar in maximal 30 Minuten
    • Bereitstellung klinischer Vorsorgekapazitäten, auch für Pandemien
    • keine Gewinnabschöpfung durch Private.  

Hintergrund

Das Modell der Selbstkostenfinanzierung vom Bündnis Klinikrettung wurde in der Pressekonferenz des Bündnisses anlässlich der 95. GesundheitsministerInnenkonferenz vorgestellt, Bundesgesundheitsminister Lauterbach und seinem Staatssekretär Edgar Franke zugeschickt und im Anschluss Staatssekretär bei einem Gespräch im Bundesgesundheitsministerium detailliert erläutert. Außerdem schickte das  Bündnis Klinikrettung das Konzept an alle Mitglieder der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung.

Das Konzept ist hier zu finden: https://www.gemeingut.org/wordpress/wp-content/uploads/2022/09/220720_Buendnis-Klinikrettung_Krankenhaus-Rettungsreform_Finanzierungsvorschlaege_Brief-Lauterbach.pdf







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