Deutschland zur Wahl


Bildmontage: HF

14.09.13
PolitikPolitik, Debatte, TopNews 

 

von Detmar Hoeffgen Assessor jur.

An den Bundespräsidenten
Schloss Bellevue
10557 Berlin  


Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,

ich danke Ihnen im Namen vieler wacher, be- sorgter und verantwortungsbewusster Bundes- bürger für die „Wahlempfehlung“, die Sie bei Ihrem Fest am 31.8.2013 formuliert haben:

«Wer nicht weiß, wer der Beste ist, wählt eben einfach das weniger Schlechte.»

Erstmalig hat ein Staatsoberhaupt in Deutschland im Zusammenhang mit den politischen Parteien die Wahl des kleineren Übels empfohlen.

Nur zur Klarstellung: Wir Bürger wählen weder Merkel noch Steinbrück, wir wählen das „politische Personal“, das die nächsten 4 Jahre das Schicksal unseres Landes und Volk- es bestimmt, nämlich Personen, die als Abgeordnete im Bundestag unsere Interess- en vertreten sollen.

Diese sind der Gesetzgeber! und machen Gesetze, z.B. zum Rechtsanspruch auf Kita- plätze, von denen man zum Zeitpunkt der Abstimmung bereits definitiv wusste, dass sie gar nicht dargestellt werden können. Soviel zur Kompetenz dieses „Personals“!

Über dieses „politische Personal“ hat Ihr Vorgänger Roman Herzog einmal gesagt ('Die Welt' am 15.4.2008):

Wenn er das aktuelle politische Personal sehe, dann wisse er nicht, ob er "lachen oder weinen soll".

Ich denke, dass angesichts der Bedeutung des „Gesetzgebers“ für unser Vaterland „weinen“ die richtige Entscheidung wäre. Die Situation hat sich seit 2008 eher noch verschlechtert. Ist das wirklich die Elite des „Landes der Dichter und Denker“?

Mit der zweiten, wichtigeren Stimme bestimmen wir, wie viel dieses Personals für die jeweiligen Parteien in den Bundestag einzieht.

Diese Parteien stellen bereits jetzt klar, dass sie das Votum der Wähler nur dann akzep- tieren, wenn es in ihren Kram passt. Demokratisch gewählte Parteien werden von der weiteren Entwicklung jetzt schon ausgeschlossen, indem man jede Zusammenarbeit mit ihnen ausschließt.

Diese Art von Demokratieverständnis muss mir mal jemand erklären!

Der derzeitige Wahlkampf findet auf der Ebene der Werbung für Kosmetik und Abführ- mittel statt und das nicht ohne Absicht. Der „Souverän“, also die Wahlbürger, sind mehrheitlich genau auf dieser Ebene zu erreichen, Und um Mehrheiten geht es ja schließlich. Ganz offensichtlich ist die Tatsache, dass die Bevölkerung in Deutschland überwiegend uninformiert, obrigkeitsgläubig und kritikschwach ist, klare Kalkulationsgröße der Wahlkampfmacher!

Sobald sich eine politische Alternative zu etablieren sucht, wird sie von den herrschen- den Parteien im Verbund mit den Medien mal zuerst ganz massiv in die „Rechte Ecke“ geschoben. Es wird Angst erzeugt!

Das wirkt auf den oben beschriebenen Deutschen Michel sofort!

Sie, Herr Bundespräsident, stellen als ehemaliger DDR-Bürger die „Freiheit“ ganz vorne hin. Zur Freiheit gehört allerdings auch die Freiheit von manchen Dingen, z.B. der Mein- ungsmanipulation durch die Medien,

Sonntagsfrage, Politbarometer, besonders die undurchsichtigen „Umfragen“! Aber auch von Statistiken. Eine Arbeitslosenstatistik spricht von 3 Mio., eine andere von 7 Mio. Arbeitslosen; eine Zeitung schreibt von 100.000 fehlenden Kita-Plätzen, andere sehen alle Kinder untergebracht. (Zum „Kindeswohl“ in diesem Zusammenhang will ich mich lieber nicht äußern!)

Diese offenbar gewollte Verunsicherung führt zu einer absoluten Orientierungslosigkeit des Bürgers. Man kann alles in die Welt setzen, wenn es nur von ganz oben kommt, wird es geglaubt.

Am Wahltag wird sich wieder weisen, was Goethe vor ca. 200 Jahre schon erkannt hat:

Und auf vorgeschriebenen Bahnen
zieht die Menge durch die Flur;
den entrollten Lügenfahnen
folgen alle! - Schafsnatur!

Quelle: Faust 2, IV. Auf dem Vorgebirg. (Zweiter Kundschafter)

Inzwischen wird nahezu alles in unserem Land der Beliebigkeit überlassen.

Sogar zwingendes Recht wird, zumindest in Rheinland-Pfalz der Beliebigkeit anheimge- stellt: Die Staatsanwaltschaft Mainz hat mehrere unliebsame Strafanzeigen gegen ihr eigenes Personal einfach verschwinden lassen, obwohl das Legalitätsprinzip zwingend eine Bearbeitung vorschreibt. Ministerpräsidentin und Justizminister sowie Abgeordnete und Medien sind informiert. Alle schweigen!

Genauso schlimm wie die Täter sind die, die daneben stehen und die Taten zulassen. Besonders dann wenn sie gelobt haben, „Gerechtigkeit gegen Jedermann“ üben zu wollen.    

Ich wünsche mir in Ihrer Rede zum „Tag der Deutschen Einheit“ am 3. Oktober, dass Sie ein klares Bekenntnis zu den Werten des christlichen Abendlandes formulieren, welches wir alle unterschreiben können.

Wenn gesungen wird: Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland, habe ich bei „Recht“ und „Vaterland“ Bauchschmerzen.

Viele Bürger haben diesem Land nämlich längst innerlich gekündigt. Das erfahren Sie nie durch Umfragen, sondern nur im persönlichen Gespräch.

Diese Bürger werden auch nicht zur Wahl gehen.

Mit freundlichen Grüßen
Detmar Hoeffgen

Kirchstr.51
55597 Wöllstein
Tel.:06703-303869

www.willkuerstaat.de
www.detmar-hoeffgen.de
d.hoeffgen@online.de


VON: DETMAR HOEFFGEN






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