Aspekte zum Imperialismus, Antikommunismus und Klassenkampf


Bildmontage: HF

21.02.12
PolitikPolitik, Debatte 

 

von Reinhold Schramm (Bereitstellung)
   
Die ostdeutschen Kollaborateure der NATO und Monopolbourgeoisie, VS-Stasi und BND-Staatssicherheit.

»Der Spiegel« am 03.06.1996: »Als der Rostocker Pfarrer Joachim Gauck 1990 eine Behörde zur Sicherung der Stasi-Akten aufbauen wollte, suchte er einen Westjuristen, der “mit allen Wassern gewaschen“ sein sollte. Der Berliner Datenschutzbeauftragte Hansjürgen Garstka empfahl ihm Geiger.« -

»Als Direktor der Gauck-Behörde arbeitete er das Stasi-Erbe auf. “Eine Geheimdienst-Auflösungsbehörde“, schwärmte er [Dr. Hansjörg Geiger] damals, “gab es noch nie.“« -

»“Es ist faszinierend“, sagt sein früherer Chef Joachim Gauck, “dass ein liberaler Mensch auf so konservative Weise Diener seines Staates ist.“« (Vgl. »Der Spiegel«, 23/1996.) [1]  

Dr. Hansjörg Geiger
1980: Referatsleiter beim Bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz.
1990: Direktor beim BStU der ehemaligen DDR („Gauck Behörde“).
1995: Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV).
1996: Präsident des Bundesnachrichtendienstes bis 1998.
1998: Staatssekretär im Bundesjustizministerium. (Vgl.) [2]  

Beispiel: Aufgabe und Auswertung der MfS-Hinterlassenschaft


Prof. Dr.-Ing. Alexander Huber forscht seit 2006 zum Thema Informationsschutz und Spionageabwehr für Unternehmen. Erkut Yilderim studierte Wirtschaftsingenieurwesen und schrieb seine Bachelorarbeit über Aufklärungs- und Abwehrarbeit des ehemaligen MfS-Staatssicherheitsdienstes.

In ihrer Studie »Die operative Aufklärungs- und Abwehrarbeit des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR« - »Eine Analyse verfügbarer JHS-Lehrhefte und relevanter HVA-Dokumentatonen«  schreiben die Autoren:

»Deutsche Unternehmen sind zunehmend durch Wettbewerbsspionage und staatlich gelenkte Wirtschaftsspionage bedroht. Über Methoden und Vorgehen der Wirtschaftsspionage, die von Nachrichtendiensten fremder Länder ausgehen, ist wenig bekannt. -

Anfang 2009 erhielten wir von einem Ex-MfS-Major den Hinweis, dass es an der Hochschule der Stasi (JHS) einschlägiges Lehrmaterial zur Ausbildung von Stasi-Agenten gab. -
Basierend auf diesem Hinweis haben wir ab April 2009 eine Sammlung von ca. 10.000 Seiten eingestuften, umfassenden Lehrmaterials von der BStU ausgehändigt bekommen. - Erstmalig konnten diese ehemals vertraulichen Materialien (z. B. Lehrhefte, Vorlesungen und Dokumente von JHS und HVA) eingesehen und ausgewertet werden.« (Vgl.) [3]

Die Autoren der Studie schreiben weiterhin:

»Die Hilfe und Unterstützung der BStU-Mitarbeiter darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Neben der freundlichen und angenehmen Zusammenarbeit war vor allem das mitdenkende und über den Forschungsantrag hinaus blickende Engagement der BStU-Mitarbeiter ein wichtiger Erfolgsfaktor für dieses Projekt.« - »Berlin, im Mai 2010« - »Die Autoren« (Vgl.) [3]

In ihrer Einleitung schreiben die Autoren der Studie:

»{...} Nachfolgend wird die Arbeitsweise des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes in Bezug auf Spionage und Spionageabwehr analysiert. Als Quellen dienten dabei Originalunterlagen der JHS und der HVA. {...} -

In diesem Zusammenhang wurde bei der BStU ein Forschungsantrag gestellt. Dabei wurde nach gewissen Schlagwörtern (z. B. Spionage, Aufklärungsarbeit, Kundschafter) im Archiv der BStU recherchiert. {...} -

Bei der Literaturanalyse werden zunächst die Methoden zur Aufklärungsarbeit durch den Einsatz von Inoffiziellen Mitarbeitern aus dem In- und Ausland der DDR behandelt. In diesem Kontext werden auf die vom MfS angewandten Methoden zur Identifikation, Aufklärung, Kontaktierung und Werbung von potenziellen Agenten eingegangen. {...} -

Des Weiteren wird die Ausbildung von Inoffiziellen Mitarbeitern analysiert. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die psychologische Manipulation der Mitarbeiter gelegt. Der zweite Teil der Literaturanalyse widmet sich der Abwehrarbeit des MfS. Dabei wird zunächst geklärt, wie potenzielle Spione entlarvt werden. -

Anschließend werden die vom MfS gewonnenen Kenntnisse zur Arbeitsweise gegnerischer Geheimdienste analysiert. Dabei werden die gegnerischen Methoden zur Identifikation von Agenten und zur Informationsbeschaffung erarbeitet. Die psychologisch-manipulierenden Methoden zur Informationsbeschaffung genießen in diesem Zusammenhang besonderes Interesse.« -

»Die gewonnenen Erkenntnisse dieser wissenschaftlichen Arbeit sollen es erlauben, Parallelen zwischen staatlich gelenkter Spionage und Konkurrenzspionage zu ziehen, um somit verallgemeinerte Erkenntnisse über Wirtschaftskriminalitätsdelikte, insbesondere Spionage, zu erhalten.« (Vgl.) [3]

Quelle:

[1] Der Spiegel, 23/1996, 03.06.1996: »Mann mit zwei Gesichtern«
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8931235.html

[2] Bundesnachrichtendienst (BND)

[3] Studie: »Die operative Aufklärungs- und Abwehrarbeit des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR« Autoren: Alexander Huber, Erkut Yildirim. Berichte aus dem Fachbereich I, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften, Beuth Hochschule für Technik Berlin. Bericht Nr. 5 / Mai 2010
http://fb1.beuth-hochschule.de/file/ullmann/Beuth_FB-I_2010-05.pdf
 
Trotz alledem!

 


VON: REINHOLD SCHRAMM






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