Jugend wählt weltoffener als die Erwachsenen

26.09.17
PolitikPolitik, NRW, News 

 

Von Landesjugendring NRW

Ergebnisse der U18-Bundestagswahl und der offiziellen Bundestagswahl im Vergleich

Die Ergebnisse der Bundestagswahl zeigen: Kinder und Jugendliche wählen bundesweit und in NRW tendenziell ähnlich wie die Erwachsenen. Aber: Sie wählen häufiger die Grünen und kleinere Parteien wie die Tierschutzpartei. Die FDP erzielt sehr viel schlechtere Ergebnisse und die AfD wäre bei den U18-Jährigen – jedenfalls für NRW – nicht in den Bundestag gekommen.

Durch die Auswertung der NRW-Endergebnisse von U18-Bundestagswahl und der offiziellen Bundestagswahl  zeigt sich: Jugendliche wählen ähnlich oft CDU (U18: 31,03 % vs. Erwachsene: 32,6 %) und SPD (24,24 % vs. 26 %), die Grünen fast doppelt so oft (13,78 % vs. 7,6 %) und etwas seltener die Linke (5,87 % vs. 7,5 %). Die FDP (7.96 % vs. 13,1 %) findet bei Kindern und Jugendlichen sehr viel weniger Anklang und die AfD wäre entgegen der Wahl der Erwachsenen nicht in den Bundestag eingezogen (4,99 % vs. 9,4 %). Auffällig ist auch, dass U18-Jährige mehr als doppelt so oft kleineren Parteien ihre Stimme geben, die kaum Chancen auf den Einzug in den Bundestag haben (insgesamt 9,75 % vs. 3,8 %), so etwa der Tierschutzpartei mit 3,34 % (vs. 0,7 %).

Sarah Primus, Vorsitzende des Landesjugendrings NRW, hat eine Erklärung für diese Ergebnisse: „Kinder und Jugendliche wählen noch nicht so strategisch wie die Erwachsenen, sondern eher aufgrund ihrer Überzeugungen. Sie haben noch nicht die Enttäuschung erfahren, dass ihre favorisierte Partei schon einmal an der 5 %-Hürde gescheitert ist. Außerdem legen junge Menschen insgesamt mehr Wert auf Toleranz und Weltoffenheit und wählen daher auch nicht so oft die AfD. Gerade deshalb ist es skandalös, dass ihre Stimme in der offiziellen Bundestagswahl kein Gehör findet.“

Ziel der bundesweiten Kampagne der U18-Wahl ist es, auf das in der UN-Kinderrechtskonvention verankerte Recht auf Mitbestimmung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen aufmerksam zu machen. Der Landesjugendring NRW verbindet die Kampagne U18-Wahl mit der Forderung einer Wahlalterabsenkung auf 14 Jahre.







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