Die SoKo rät den Gruppen der naO-Initiative zur Kurskorrektur


Bildmontage: HF

09.03.12
OrganisationsdebatteOrganisationsdebatte, Netzwerk, SoKo 

 

von Arbeitsausschuss SoKo

1.
Nach gut einen Jahr der Initiative für eine ‚naO’, ist die Frage sicher angemessen, wer sich für ein Thema dieser Art interessiert. Denn die ebenso vor einem Jahr durch die SIB definierte und wohlwollend durch die anderen Gruppen mitgetragene taktische Option der Orientierung auf ‚Post-Autonome bzw. Post-Antiimps’ erwies sich mindestens bisher in ihrer Bestimmtheit als Fehlannahme.

2.
Diese ‚Platzwette’ korrespondiert mit einer zweiten Fehlannahme, was die Zeitachse für eine wenigstens bescheiden erfolgreiche Rekonstruktion antikapitalistischer Politik betrifft: Ein demonstrativer Durchbruch, wenigstens ein kleiner Qualitätsprung in der Frage antikapitalistischer Organisierung, u.a. weil über ‚Kommunismus’ diskutiert wird, konnte nicht erreicht werden.

3.
Andererseits: Das damit verbundene inzwischen einjährige Warten mit dem Hinauszögern eines Starts antikapitalistischer Vernetzung („Kleinarbeit“) und letztere mit klarer und verbindlicher Aufgabenstellung und weiteren Vorteilen von Arbeitsteilung sollte u.a. nach den Erfahrungen um die Aktionskonferenz von Franfurt/M. nicht mehr deutlich hinausgeschoben werden. Zumal: Es läßt sich auch der Impuls einer Idee von neuer antikapitalistischer Organisation vom März 2011 nicht weiter künstlich aufrecht erhalten.

Während mehrerer unserer letzten Sitzungen haben wir im Arbeitsausschuß der SoKo diese Themen angesprochen und sind zur Auffassung gelangt, daß es für die Initiative für eine naO besser ist, o.g. Festlegungen in bisheriger Form nicht zu treffen:

Ad 1. Als SoKo haben wir nach der Gründung der PDL insbesondere auf das ‚Einsammeln’ 'enttäuschter Linker’ aus der PDL gesetzt. Diese Option erwies sich als wenig erfolgreich, obwohl wir SympathsantInnen in diesem Spektrum haben. Wir haben einfach zu wenige Möglichkeiten echter politischer Intervention anbieten können. Es erschließt sich uns nicht, daß wir bei der Orientierung auf ‚Postautonome und Post-Antiimps’ mehr gewinnen können, als bei einer auf enttäuschte PDL’erInnen.

Ad 2. Einen größeren Qualitäts-oder gar einen Quantensprung in der Rekonstruktion antikapitalistischer Politik wird es in Zeiten nur geringer sozialer Bewegung nicht geben – auch nicht mit der Diskussion über ‚Kommunismus’ wie bei ‚Ums Ganze’.

Ad 3. Wir setzen auf ‚Kleinarbeit’ – anderes bleibt uns nicht. Ein Anschluß an einen überregionalen Verbund mit einem Höchstmaß von Verbindlichkeit bei der Kooperation, sowohl was die taktischen als auch, soweit als möglich, was die strategischen Fragen betrifft, halten wir für ein erstrebenswertes und realistisches Ziel. Dieser überregionale Verbund vervielfacht unsere Kräfte, gibt Schutz vor lokaler oder regionaler Borniertheit und wirkt auf individualisierte AntikapitalistInnen, auf enttäuschte PDLer, DKP’ler, isl’er, IL’er, Antifas u.a. anziehend.

Nach den März/Mai-Aktionen und deren sorgfältiger Auswertung, sollten wir Ende Mai diesen Verbund im Rahmen einer Arbeitskonferenz auf Grundlage einer programmatischen Erklärung inkl. der fünf korrigierten SIB-Essentials begründen (‚Kurzreferenz’ und Werbeflyer), einen dazu passenden Ko-Kreis bilden, bundesweit einen Aufruf zum Mitmachen zirkulieren lassen, die nächsten Arbeitschwerpunkte in der praktischen und theoretischen Arbeit definieren, mehrere örtliche Gruppen gründen und andere dazu aufrufen, sich ebenfalls in diese offene Struktur einzubringen. Wir möchten gerne von allen ‚naO’-Beteiligten eine Meinung dazu hören.

Arbeitsausschuss der SoKo (Edith, Frank, Horst), 08.03.2012


VON: ARBEITSAUSSCHUSS SOKO






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