N14 zeigt: SoKo muß am Wiederaufbau eines antikapitalistischen Pols mitwirken!


Bildmontage: HF

22.11.12
SoKoSoKo, Organisationsdebatte, Netzwerk 

 

von Frank Braun - SoKo - Köln

So oder so ähnlich kann wohl das Resümee der SoKo-MV lauten.
Am Anfang des dreistündigen Treffens gab es ein wegen seiner Faktenfülle und seiner nieder- schmetternden Konsequenz („...die antikapita- listische Linke ist hierzulande kaum zu sehen!“) ein Impulsreferat von Horst Hilse, welches eher nur zögerlich debattiert wurde. Und auf die Frage „Wo steht die SoKo ?“ gab es zunächst keine Antwort.

Die anschließende Diskussion offenbarte keine Differenzen bezüglich des referierten Desasters der antikapitalistischen Linken, allerdings auch keine Übereinstimmung in der Deutung dieses Moments. So wurde der Hinweis, die große Interpretation „bis aufs Feinste“ müsse man auch nicht haben, um Politik machen zu können, gerne aufge- griffen...

Allerdings nicht ohne den Einwand, es fehle an qualifizierter Kapitalismuskritik und ohne die können zwar in einzelnen wenigen Bereichen und auch nur temporär Erfolge erzielt und ein Widerstandsmilieu aufgebaut werden, aber um die Systemfrage zu stellen, bräuchte es eben mehr, da reiche Interventionsfähigkeit nicht aus.

Lebhafter dagegen verlief die Diskussion zum zweiten Impuls, einem Referat zum Thema „Die letzten zehn Jahre antikapitalistische Linke“ von Edith Bartelmus-Scholich.
Sie skizzierte aus ihrer Sicht die Entwicklung dieser antikapitalistischen Linken und mehrerer ihrer Strömungen seit 2003 und resümierte: „Die Bildung eines antikapitalis- tischen Pols ist überfällig, macht aber keine Fortschritte.“
Insbesondere der politische und auch organisatorische Niedergang der Partei DIE LINKE. (PDL) sei dabei von zentraler Bedeutung und dabei v.a. deren Aufgehen im bürgerlichem Parlamentarismus ohne sich den Bewegungen zuzuwenden und selbst Bewegung zu sein.

Nicht die Einschätzung der PDL war dann in der Diskussion umstritten, sondern eher Frage, wie Zersplitterung und Zirkelwesen unter allen Strömungen der antikapitalis- tischen Linken zugunsten von gemeinsamen Initiativen geändert werden können. Und es gab Widerspruch: Nicht jegliche Bewegung, sei von gleicher Bedeutung für diese Linke und einen Verweis auf die zentrale Bedeutung der ArbeiterInnenklasse und ihrer Gewerkschaften.

Dies wiederum nahmen andere zum Anlaß, verweisend auf die N14-Erfahrungen, die Rolle der Gewerkschaftsführung als absolut ‚systemintegrativ’ zu beschreiben. Diese Leute sollten eher keine Gelegenheit mehr erhalten, in eine antikapitalistische Bewegung einzuwirken...
Am Ende stand große Übereinstimmung, als ein Teilnehmer formulierte: Aufgabe der SoKo ist nicht ihr Selbstzweck, sondern sie muß am Wiederaufbau eines antikapitalis- tischen Pols mitwirken!

Da die SoKo zusammen mit anderen Gruppen und Individuen am Projekt ‚neue antika- pitalistische Organisation’ (naO) beteiligt ist, stand also der dritte Impuls unter der Fragestellung, ob dieses Projekt wohl den Erwartungen entspreche. „Bisher noch nicht, naO ist noch zu fragil“, äußerte Frank Braun, der für die SoKo die Verbindung zum naO-Prozess hält. Dort stehe jetzt die weitere Ausarbeitung von programmatischen Essentials und eines Manifests an. Kommissionen der beteiligten Gruppen hätten ihre Arbeit aufgenommen und wollen bis zum 12.01.2013 entsprechende Ergebnisse erarbeiten.

Es müßten dabei auch sektiererische Tendenzen einiger weniger zurückgewiesen wer- den, die meinen, es gehe bei naO um die Schaffung von Voraussetzungen für eine „revolutionäre Kaderorganisation“ und dies auch noch ohne programmatische Grund- lagen.

Es wurde beantragt, den von drei SoKo-Genossen in die naO-Diskussion eingebrachte Essential-Vorschlag auch in der SoKo zur Diskussion zu stellen und sodann, nach Ein- arbeitung von Korrekturen/Erweiterungen/Kritik als programmatische Grundlage für die SoKo zu vereinbaren.

www.sozialistische-kooperation.de

 


VON: FRANK BRAUN - SOKO - KÖLN






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