Entwicklung auf dem Dreieicher Immobilienmarkt macht fassungslos – BfD fordert massives Gegensteuern der Politik

11.08.22
HessenHessen, News 

 

Von Bürger für Dreieich

"Wenn die Politik in Dreieich nicht aktiv gegensteuert, dann verfestigt sich in Dreieich ein tiefgreifender Strukturwandel auf dem Miet- und Kaufmarkt für Immobilien. Menschen aus unteren und mittleren Einkommensschichten werden sich das Wohnen in Dreieich absehbar nicht mehr leisten können, wenn die Spirale der Mietsteigerungen, der Wucher beim Verkauf von Objekten, gepaart mit einem Mangel an öffentlich geförderten Sozialwohnungen, ungebremst so weiter geht.“

Natascha Bingenheimer und Tino Schumann von der Fraktion Bürger für Dreieich sagen: „Eine Vielzahl von Fehlentscheidungen in der Politik und die mangelnde Umsetzungsstärke bei Beschlüssen hat zu dieser Entwicklung aktiv beigetragen."

"Die Sozialquote beim Bau von Wohnungen bringt nichts, wenn sie nicht eingehalten wird – Beispiel Sprendlinger Oberwiesen. Die erst vor kurzem beschlossene Sozialquote ist zudem mit 30 % viel zu niedrig angesetzt, was wir bei den Aussprachen aktiv kritisiert haben. Projekte wie die Neue Mitte sprechen ausschließlich Bestverdiener an, ebenso die Planungen auf dem Gelände der ehemaligen Wienand-Villa. Von dem insgesamt völlig unverständlichen Umgang mit historischer Substanz oder aber Grünflächen einmal ganz abgesehen.“

„Fakt ist: Der Dreieicher Immobilienmarkt befindet sich in einer Preisspirale, bei der die Bestandsmieten und die Verkaufspreise durch neu entstehende Luxusobjekte immer weiter angefacht werden. Das entspricht durchaus der Tendenz auf dem bundesdeutschen Markt, macht es aber nicht besser und stellt auch keine Rechtfertigung dar.“

„Die Dreieicher Politik ist aufgefordert, den Prozess aktiv zu stoppen, indem sie selbst über die Dreieichbau  entsprechend geeignete Flächen oder Bestandsimmobilien erwirbt, um Immobilieninvestoren nicht das Feld zu überlassen. Weiter muss über Instrumente wie Mietendeckel nachgedacht werden. Auffallend ist auch, dass nichts gegen den Leerstand in der Stadt unternommen wird.“

„Es kann nicht sein, dass die Mehrheitsentscheider erst tätig werden, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist - wie bei der Wienand-Villa. Es kann weiter nicht sein, dass schützenswerte Flächen veräußert werden, die in der Folge lediglich um die 20 % Sozialquote haben werden, Beispiel Oberwiesen. Und es kann auch nicht sein, dass mitten in der Stadt ein Objekt wie die Neue Mitte entsteht, das ausschließlich Luxuswohnungen vermietet, die durch einen teuren Biomarkt umrahmt werden.“

„Die Bilanz aus vielen Jahren verfehlter Baupolitik ist erschreckend: Das einzige wirklich größere Sozialbauprojekt befindet sich an der Hainer Chaussee.“

„Dreieich befindet sich auf dem Weg der Gentrifizierung, das heißt zahlungskräftige Mieter und Käufer werden die Bestandsklientel zunehmend ersetzen. Dieser Prozess muss aktiv gestoppt werden.“

 







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