Landkreis Göttingen wird Sicherer Hafen

30.09.19
NiedersachsenNiedersachsen, Bewegungen, News 

 

Von Seebrücke Göttingen

Nachdem sich die Stadt Göttingen vor knapp drei Wochen zum Sicheren Hafen erklärt hat, wird der Landkreis am 2.10. nachziehen. Der Antrag stützt sich auf das Forderungspapier der Seebrücke Göttingen. Um Sicherer Hafen zu werden, muss Göttingen die schnelle und unkomplizierte Aufnahme und Unterbringung von aus Seenot geretteten Menschen zusätzlich zur Verteilungsquote sicherstellen. Außerdem verpflichtet sich der Landkreis dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ beizutreten.

Allerdings fehlt im geplanten Ratsantrag die Forderung der Seebrücke nach der direkten Unterstützung der Seenotrettung durch die Übernahme einer Patenschaft für ein ziviles Seenotrettungsschiff. „Gerade mit Blick auf das sich abzeichnende Malta-Abkommen, welches nicht nur keine staatliche Seenotrettung vorsieht, sondern auch Maßnahmen zur weiteren Erschwerung der privaten Seenotrettung beinhaltet, ist das ein nicht zu unterschätzendes Manko in einem andernfalls robusten Antrag,“ kritisiert Tim Schlaf, ein Aktivist der Seebrücke Göttingen. „Wir erwarten,“ so Lars Kruse von der Seebrücke „dass der Landkreis dem Antrag Taten folgen lässt und seine signifikanten Kapazitäten nutzt und in Zukunft aus Seenot geretteten Menschen aktiv eine Zuflucht anbietet“.

Die SEEBRÜCKE ist eine breite soziale Bewegung, die sich mit über 100 Lokalgruppen bundesweit für sichere Fluchtwege und die kommunale Aufnahme von aus Seenot geretteten Menschen einsetzt. Die Göttinger Lokalgruppe hat sich im Sommer 2018 gegründet. Gemeinsam mit anderen Initiativen, wie zum Beispiel dem Lampedusa-Bündnis, versucht sie, das Thema Seenotrettung in den öffentlichen Diskurs zu rücken und die Politik zum Handeln zu bewegen. Eines ihrer zentralen Anliegen ist, dass Göttingen sich zum Sicheren Hafen erklären soll und aus Seenot Gerettete aufnimmt.

Seebrücke Göttingen

goettingen@seebruecke.org







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