Grüne Jugend solidarisiert sich mit dem jungen boat people projekt

14.12.17
NiedersachsenNiedersachsen, News 

 

Von Grüne Jugend Göttingen

Keine Abschiebungen nach Afghanistan!

Seit zwei Jahren und drei Monaten lebt der zwanzigjährige Shoaib Ghafory schon in Deutschland. Jetzt wurde sein Asylantrag abgelehnt und ihm droht die Abschiebung nach Afghanistan. Afgahnistan ist aber nicht sicher. Dies zeigen viele Berichte (u.a. ein Faltblatt von ProAsyl [1]).

Es ist uns unbegreiflich, wie die Bundesregierung mit den Abschiebungen nach Afgahistan und den Ablehungen von Asylanträgen von Menschen, die aus diesem Land stammen, rassistische Ressentiements bedient um Wahlkampf zu machen und Stimmen von der AfD zurückzugewinnen.

Deshalb solidarisiert sich die Grüne Jugend Göttingen mit Shoaib und veröffentlicht daher den offenen Brief einiger MitspielerInnen des jungen boat people projekts.

 

Sehr geehrte LeserInnen,

 

Mit diesem Schreiben wollen wir gegen die Ablehnung des Asylantrages unseres Freundes und Mitspielers Shoaib Ghafory protestieren.

 

Wir sind jugendliche SchauspielerInnen des jungen boat people projekts Göttingen. Zusammen spielen wir in verschiedenen Ensembles Theater und drehen Filme. In unserer Gruppe ist jeder willkommen, wir spielen mit Menschen aus aller Welt. Das bereitet uns sehr viel Freude. Wir lernen sehr viel voneinander und unser Zusammenhalt wächst mit jeder Probe.

 

Immer wieder kommt es vor, dass von Mitgliedern unserer Theatergruppe die Asylanträge abgelehnt und sie von einer Abschiebung bedroht werden.

Schon einmal haben wir dieses Jahr aus diesem Grund einen offenen Brief verfasst, um gegen die Abschiebung von unserem Freund Muhamed und seiner Familie in den Kosovo zu protestieren. Diesmal ist unser Freund Shoaib betroffen. Sein Asylantrag wurde abgelehnt.

 

Shoaib ist zwanzig Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Dort arbeitete er in verschiedenen Bereichen, z.B als Sozialpädagoge. Zurzeit ist er auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Gerade erst hat er in einer Zahnarztpraxis nach einem Platz nachgefragt. Außerdem besucht er fleißig Deutschkurse. In der Zeit, in der er mit uns Theater spielt, hat sich sein Wortschatz vervielfacht.

 

In seiner Freizeit nimmt er an zahlreichen Projekten des jungen boat people projekts teil. So verkörperte er in unserer Jugendoper „Lotario- beyound doubt“ den König Berengario. Zurzeit macht er bei dem neuen Filmprojekt mit und spielt bei dem Theaterstück „Eiswiese“ den Capitano.

Außerdem nimmt er immer wieder an kleineren Projekten wie der künstlerischen Versuchsanordnung „be a_part of me“ teil.

 

Wir schätzen Shoaib als einen sehr netten Menschen. Er ist immer zuvorkommend, höflich und hilfsbereit. So hilft er während der Proben allen wo er kann und spielt viel mit den kleinen Kindern. Besonders herausragend sind seine akrobatischen Künste und Fähigkeiten, die er auch in unserem letzten Stück zur Schau stellte.

 

Mit diesem offenen Brief wollen wir uns dafür einsetzen, das auf die Ablehnung des Asylantrags nicht der Abschiebebescheid folgt. Afghanistan ist kein sicheres Herkunftsland. Wir wollen das Shoaib bleibt!

 

Hochachtungsvoll,

Carla Becker, Nick Loewen, Franziska Hubl, Yasmin Schröter, Sam Borchers, Dominique Jahn, Shah Maqsod Mahmody, Stella Loewen, Lene Weiß

 

 

[1]https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2016/09/PRO_ASYL_Afghanistan_nicht_sicher_Faltblatt_web_Sep16.pdf







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