Die Krise ist der Anfang vom Ende der Konsumgesellschaft


Bildmontage: HF

02.02.12
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von R.E.

Was kommt danach?

Der Krisenanalyse der SIB kann man überwiegend zustimmen.
Dass heute die Situation in Deutschland außergewöhnlich ruhig ist, ist der Tatsache geschuldet, dass die Rot-Grüne Regierung mit Harz IV bereits in Vorleistung gegangen ist, was den Abbau von sozialen Rechten und Arbeitsbedingungen betrifft.

Deshalb auch die hohen Exportüberschüsse. Wie wenig der deutschen Regierung die Staatsfinanzen, sprich die Verschuldung interessiert, sieht man daran, dass für sie der Bankrott der europäischen Nachbarstaaten kein Hindernis darstellt, weitere Handelsbilanzüberschüsse mit den selbigen zu erzeugen. Man leiht also weiteres Geld um diese Überschüsse zu finanzieren.
Die Staatsfinanzen sind dem Kapital und seinen Politikern zweitrangig. Es geht ihnen um sehr viel mehr.
Die heutige Situation ist geprägt von grundsätzlichen Schranken für weiteres Wachstum. Die Erde ist vom kapitalistischen System weitgehend erschlossen.
Wachstum ist nur noch durch Verdrängung möglich.

Dieser Verdrängungswettbewerb wird im Kapitalismus auf dem Rücken der Lohnabhängigen ausgetragen. Weil nach Marx, für den einzelnen Kapitalisten keine Überproduktion existiert, er sieht den Absatzmangel seiner Waren im Preis, sprich im Ausbeutungsgrat der Arbeit.
Eine weitere Methode des Verdrängungswettbewerb ist der Krieg. Die kriegerischen Auseinandersetzungen der Kernländer des kapitalistischen Systems mit dem Rest, weniger unterwürfigen Länder, nimmt deutlich zu.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass ein großer Krieg mit Rußland und China vermieden wird, stellt die heutige Situation eine Wende dar.
Diese Wende wird auch auf natürliche Weise herbeigeführt, nämlich durch die Endlichkeit der Rohstoffe. Nicht dass sie uns völlig ausgehen, ihre Endlichkeit wirkt Preistreibend und Wachstumbegrenzend.

Es findet gesellschaftlich gesehen sozusagen ein Paradigmenwechsel statt. Eine Abkehr von der Wachstums- und Konsumgesellschaft der Nachkriegszeit hin zur sogenannten postfossile Gesellschaft ohne wesentliches Wachstum. Deshalb beginnen unsere gesellschaftlichen Eliten heute bereits mit der Gestaltung dieser postfossilen Gesellschaft (siehe Griechenland). Und so wie es aussieht im Einvernehmen mit den Gewerkschaftsbürokraten. Denn diese haben das Boot, so kann man ihr agieren interpretieren, ganz offensichtlich schon gewechselt. Nur mit ihnen im Boot kann das Kapital solch tiefe Einschnitte in die Rechte der Lohnabhängigen so geräuschlos durchsetzen. Der größte Feind steht im eigenen Lager.

Es muss also jedem klar sein, dass das Kapital und seine Politiker versuchen, heute bereits Tatsachen zu schaffen für diese postfossile Gesellschaft morgen. Dass diese Vorbereitungen schon längere Zeit laufen wird deutlich, wenn man bestimmte Ereignisse und Tendenzen der letzten Jahre in unserer Gesellschaft im Zusammenhang sieht.
Seit Jahren versuchen rechte Politiker das Grundgesetz dahin zu ändern, die Bundeswehr im inneren einzusetzen.
Dies ist nicht gelungen, aber man hat statt dessen eine starke paramilitärische Polizeitruppe aufgebaut ,die auf Aufstandsbekämpfung spezialisiert ist.
Ein altes Sprichwort sagt teile und herrsche.

Bücher wie Deutschland schafft sich ab von T. Sarrazin sind in diesem Zusammenhang sehen. Das Buch hätte noch vor zwei Jahrzehnten zu einem gesellschaftlichen Skandal geführt, die Empörung in der Öffentlichkeit wäre groß gewesen. Heute ist dieses Buch fast zu einem Bestseller geworden, die kapitalistischen Medien leisteten hervorragende PR-Arbeit.
Die Neonaziszene hat großen Zulauf erhalten und ist extrem gewaltbereit. Ganz offen zeigen sie ihre Demokratie- und Verfassungsfeindlichkeit. Trotz intensiver Beobachtung durch V-Leute der Inlandsdienste, können sie ihre Kritiker ungestört terrorisieren, gewalttätig werden, ihre rassistischen, Demokratie- und verfassungsfeindlichen Parolen verbreiten und um Anhänger werben. Ja wie es sich zeigte, teilweise finanziert durch Steuergelder des Staates, den sie abschaffen wollen.

Eine Gruppe davon mordet zehn Jahre lang rassistisch motiviert. Die zahllosen Pannen bei der Polizei und den Inlandsgeheimdiensten machten es möglich. Doch wer glaubt an so viele Pannen angesichts von solch akribischen Ermittlungen, ja regelrechter Verfolgung derer, die verdächtig sind, politisch links der Mitte zu stehen.

Wer sich den Neonazis in Dresden in den Weg stellt wird abgehört, juristisch verfolgt und von der Staatsgewalt verprügelt.
Grund, Demonstrationsfreiheit für Neonazis, die gegen die Zerstörung Dresdens protestieren, eine Zerstörung, die in Grunde genommen von Kriegsverbrechern, ihren Naziidolen der damaligen Zeit verursacht wurde.

Das Parlament, also die Abgeordneten sollten eigentlich die Inlandsgeheimdienste kontrollieren. Aber bei uns findet die Umkehrung statt. Die Geheimdienste kontrollieren die Parlamentarier.

Wie können solche Zustände entstehen?
Wer entscheidet heute, welcher Politikertyp Karriere macht und welcher nicht?
Welchen Fahrstuhl nach oben muss er besteigen?
Und wer bestimmt die Richtung des Fahrstuhls?
Gäbe es den braunen Sumpf wirklich, an einflußreichen und entscheidenden Stellen in Politik und Staat, wie viele behaupten, wer könnte ihn dort installieren? Welcher Fahrstuhl bringt sie in Position?
Als geschichtlichen Hintergrund läßt sich das Ereignis Hitlers Rede vor dem Industrie-Club Düsseldorf erwähnen.

Wir erleben heute wie in Europa gewählte Regierungen entmachtet werden und Technokraten aus EU und IWF an ihre Stelle treten und das Diktat der Finanzmärkte umsetzen. Mit Demokratie hat dies nichts mehr zu tun.
Alle im Berliner Reichstag vertretenen Parteien tragen diese Politik mit. Auch die Linke, sonst würde sie sich nicht als Koalitionspartner anbieten.

Es gilt also eine Organisation zu gründen die einen Gegenentwurf für eine demokratische und solidarische postfossile Gesellschaft entwirft. Einen Gegenentwurf zur Diktatur des Kapitals.
Gelingt das nicht, wird ganz Europa zum Niedriglohnsektor. Armut, Hunger und Elend werden für den größten Teil der Lohnabhängigen wieder zur Normalität.












 


VON: R.E.


„Casino“ oder „Überakkumulation“? - 01-02-12 21:06




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