Dumm und dümmehr

01.12.14
HamburgHamburg, Schleswig-Holstein, News 

 

Von Piratenfraktion im Landtag Schleswig-Holstein

Der medien- und schulpolitische Sprecher der Piratenfraktion, Sven Krumbeck, kommentiert den Stopp des Projekts zur Einführung von Laptops und Tablets an sechs Hamburger Schulen wegen gesundheitlicher Bedenken:

"Diese Entscheidung spottet jeder Beschreibung. Ich wollte das zunächst gar nicht glauben, so abstrus erschien mir die Meldung.

Fachlich völlig disqualifiziert hat sich der so genannte "Ärztearbeitskreis Digitale Medien Stuttgart" in seinem offenem Brief an die baden-württembergische Sozialministerin, in dem es nur eingangs um die herbeifantasierte Gesundheitsgefahr geht, anschließend aber um ideologisierte Medien- und Bildungspolitik des vergangenen Jahrhunderts.

Diese wissenschaftliche Singularmeinung ist auf der Ebene derjenigen einzuordnen, die auch heute noch den Klimawandel leugnen. Oder auch derjenigen, die meinen, dass sich dieses Internet eh nie durchsetzt. Das sind übrigens dieselben Menschen, die Anfragen am Handy beantworten und im Büro und zu Hause schnurlose Telefone wie selbstverständlich benutzen.

Wir sind als rohstoffarmes Industrieland nicht zwingend einem etwaigen technischen oder wirtschaftlichen Fortschritt verpflichtet. Wir sind aber verpflichtet, unseren Kindern in unseren Schulen die bestmögliche Bildung zukommen zu lassen. Diese Bildung beinhaltet selbstverständlich auch die Nutzung von technischem Allgemeingut wie Brille, Füller, Kugelschreiber, Taschenrechner und Laptop.

In einer Zeit in der Städte und Gemeinden über kostenloses WLAN für alle nachdenken, erscheinen die Gedanken des ehemaligen CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Scheuerl wie aus der Zeit der Hexenverbrennung.

Damit nicht genug, geht die Hamburgische Bildungsbehörde noch einen Schritt weiter und richtet sich nach diesem Unsinn. Ich meine, hier ist es angebracht einen aktuellen Filmtitel zu zitieren. Wenn wir Bildung so vermitteln, werden unsere Kinder 'Dumm und dümmehr'.

Allerdings ist der ebenfalls angesprochene Datenschutz für Lehrer, Schüler und die Verwaltung angemessen zu berücksichtigen. Dabei sollte sich allerdings nicht auf die Expertise dieser Leute verlassen werden."







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