Geburtshilfe erhalten, Kinderstation wieder öffnen

08.09.17
Schleswig-HolsteinSchleswig-Holstein, News 

 

Von DIE LINKE. Schleswig-Holstein

Die Tatsache, dass Krankenhäuser wie Wirtschaftsunternehmen geführt werden, bewirkt, dass sie und auch andere Einrichtungen der Medizin unter Renditezwang geraten und dadurch in ihrer Existenz bedroht sind.

Wie die Geburtsstationen, von denen es immer weniger in Schleswig-Holstein gibt. Die Kinderstation des Eckernförder Krankenhauses ist geschlossen worden – ein fatales Signal für die Familien vor Ort.

Hinzu kommen die immer schwierigeren Arbeitsbedingungen für Hebammen. Da helfen auch die aktuellen Erhöhungen der Vergütungen nicht - sie  sind nur ein "Trostpflaster". Zu Recht kritisiert der Hebammenverband den Spruch der Schiedsstelle, durch den weitreichende Einschnitte in die Berufsausübung von freiberuflichen Hebammen beschlossen wurden.

Angestellte Hebammen wird es zugemutet, nach wie vor fünf und mehr Frauen gleichzeitig zu betreuen.

Wir meinen, dass medizinische Versorgung  Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge sein und bleiben muss, wohnortnah und leicht zu erreichen. Gesundheit ist ein Menschenrecht und darf keinem Sparzwang untergeordnet werden. Durch den neoliberalen Umbau des Gesundheitswesens und die fortschreitende Privatisierung ehemals kommunaler Krankenhäuser ist die medizinische Grund- und Regelversorgung gerade in der Fläche zunehmend bedroht.

In ganz Schleswig-Holstein werden Geburtenstationen geschlossen, die Bettenanzahl in vormals kommunalen Kliniken wird reduziert. Dies sind Auswirkungen einer Politik, welche alles den Mechanismen des "freien Marktes“ unterordnet und in der Behandlung von Patientinnen und Patientin zuvorderst einen „Kostenfaktor“ sieht. Wir stellen uns gegen die marktradikalen Mechanismen und lehnen deswegen auch weitere Privatisierungen von Krankenhäusern ab, bereits in kommerzielle Unternehmen umgewandelte Kliniken müssen in die öffentliche Hand zurück.

Die Geburtshilfe im Eckernförder Krankenhauses muss erhalten bleiben.

Die Wiedereröffnung der zwischenzeitlich geschlossenen Kinderstation muss damit einhergehen, dass die pädiatrische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sichergestellt bleibt.







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