Resolution der offenen Streikversammlung Charité Facility Management GmbH vom 7.11.2011

08.11.11
BerlinBerlin, Wirtschaft, TopNews 

 

Die Streikenden der Charité Facility Management GmbH (CFM) befinden sich seit dem 12. September im Streik. Sie kämpfen gegen Billiglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen und für einen Tarifvertrag.

Die Einkommens- und Arbeitsbedingungen bei der CFM sind ein Skandal. Das gilt umso mehr, da es sich bei der CFM um ein Unternehmen handelt, das mehrheitlich im Landesbesitz ist. Der Arbeitgeber versucht den Streik mit allen Mitteln zu unterlaufen: Ein privater Sicherheitsdienst wurde beauftragt, um KollegInnen einzuschüchtern. Gegen GewerkschafterInnen wurden Hausverbote ausgesprochen, es wird mit Abmahnungen und Kündigungen gedroht, KollegInnen, die ein Leistungsverweigerungsrecht haben, werden falsch informiert etc.
Mit ihrem Streik für einen Tarifvertrag wehren sich die KollegInnen zugleich gegen eine gesellschaftliche Entwicklung, die alle Branchen erfasst hat. Ausgliederungen, (Teil-)Privatisierungen und tariffreie Zonen dienen zur Durchsetzung der Profitmaximierung in allen Bereichen der Gesellschaft. Folge davon ist Verarmung breiter Teile der Bevölkerung, Verschlechterung der öffentlichen Daseinsvorsorge, Abbau von Arbeitnehmerrechten, Prekarisierung, unsichere Zukunftsaussichten. Grundsätze wie „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ oder „ein Betrieb, ein Tarifvertrag“ gelten nicht mehr. Stattdessen gibt es immer mehr KollegInnen zweiter Klasse mit befristeten und prekären Arbeitsverträgen, die aus Angst um ihren Arbeitsplatz von den Unternehmen erpresst werden können.

Der Streik bei CFM hat Bedeutung über die Charité hinaus. Ein Erfolg würde viele KollegInnen aus andern Betrieben und Branchen, die unter prekären Verhältnissen und ohne Tarifvertrag arbeiten müssen, Mut machen, auch selbst für ihre Rechte aktiv zu werden. Das wollen die Unternehmer und ihre politischen Fürsprecher verhindern.

Deshalb: Unterstützt den Arbeitskampf der CFM-Belegschaft! Wehren wir uns gemeinsam gegen die Praxis der Ausgliederungen zur Zementierung und Ausweitung des Billiglohnsektors!

Wir rufen alle Vorstände, Gremien und Mitglieder von ver.di und allen DGB-Gewerkschaften auf, wirksame praktische Solidarität mit dem CFM-Streik zu leisten.

Eine solche Solidarität sollte damit beginnen in allen Betrieben und Gewerkschaften eine Informationskampagne zu diesem Streik durchzuführen und Gewerkschaftsmitglieder zu den Aktionen der Streikenden zu mobilisieren.

Insbesondere rufen wir zur Teilnahme an der Solidaritätsdemonstration am 19. November (11 Uhr ab U-Bhf Friedrichstraße) auf. Machen wir diese zu einem Erfolg gewerkschaftlicher Solidarität!

 







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