Buchvorstellung: 'Zwangsräumungen verhindern'

15.04.14
BerlinBerlin, Soziales, Wirtschaft 

 

von Edition Assemblage

am 17. April in der Beratungsstelle der Berliner Mietergemeinschaft, Sonnenallee 101, Berlin-Neukölln

Seit Jahren werden in Deutschland tausende Menschen zwangsweise aus ihren Wohnungen geräumt, weil sie die Miete nicht zahlen können oder aus anderen Gründen gekündigt wurden.

Doch seit einigen Monaten lassen sich MieterInnen nicht mehr still vertreiben. Die Berliner Kampagne „Zwangsräumungen verhindern“ mobilisiert mittlerweile wöchentlich gegen Räumungen.

Auch in anderen Städten beginnen sich MieterInnen gegen drohende Vertreibungen zu organisieren. So könnte in Köln vor einigen Wochen der erste Versuch der Räumung eines Mieters durch Proteste verhindert werden. Ein neuer Räumungsversuch mit einem großen Polizeiaufgebot ist angekündigt.

Die Bewegung gegen Zwangsräumungen hat erreicht, dass diese tagtäglichen Räumun- gen, die oft als individuelles Versagen der betroffenen MieterInnen gesellschaftlich stigmatisiert wurde, zum politischen Kampffeld wurden. Damit wurde deutlich, dass Wohnungsräumungen kein Naturgesetz, sondern die Folge einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung sind, in dem auch die Wohnung nur eine Ware ist, die sich verwerten muss.

Die betroffenen MieterInnen erhalten so das Bewusstsein, dass sie sich auf keine Poli- tikerInnen verlassen kann und sei er auch als Staatssekretär Gothe noch so freundlich, sondern auf die Kraft der Selbstorganisierung. Das bei 'Edition Assemblage' in der Reihe Systemfehler erschienene Buch „Zwangsräumung verhindern“, wirft einen Blick auf die historischen Vorläufer der Bewegung gegen Zwangsräumungen, die in Berlin mehr als 100 Jahre alt ist und in der Weimarer Republik zeitweise eine Massenbewegung war.

In dem Buch wird auch eine auf Länder wie Spanien geworfen, in denen die Bewegung gegen Wohnungs- und Häuserräumungen ein innenpolitischer Faktor sind. Bei der Buch- premiere am 17. April soll gemeinsam mit AutorInnen und MieteraktivistInnen über die Geschichte, Aktualität und Perspektive der Bewegung gegen die Zwangsräumungen diskutiert werden.

Der Herausgeber des Buches Peter Nowak [1] arbeitet als freier Journalist u.a. für die 'Jungle World', das 'Neue Deutschland' und das Internetmagazin 'Telepolis'. Selbstorganisierte Bewegungen gegen die Zumutungen des kapitalistischen Alltags gehören zu einen seiner Schwerpunkte. Er stellt für Informationen und Interviews zum Buch zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr unter 0179-2105606 zur Verfügung.
[1] peter-nowak-journalist.de

Peter Nowak (Hg.) Zwangsräumungen verhindern
Ob Nuriye ob Kalle, wir bleiben alle
Reihe Systemfehler Bd. 5
Mit Fotos aus dem Berliner MieterInnenwiderstand von Matthias Coers
96 Seiten, 7.80 Euro
ISBN 978-3-942885-52-2
edition assemblage, März 2014

Weitere Informationen zum Buch gibt es hier:
www.edition-assemblage.de/zwangsraumungen-verhindern
Bei Edition Assemblage können Rezensionsexemplare bestellt werden.


VON: EDITION ASSEMBLAGE






<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz